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emol+1wikipedia+1youtube+1Der chilenische Präsident José Antonio Kast führte am Dienstag seine erste Kabinettsumbildung durch und entließ Sicherheitsministerin Trinidad Steinert sowie Regierungssprecherin Mara Sedini nur etwas mehr als zwei Monate nach Beginn seiner Amtszeit. Diese Umbildung unterstreicht die wachsende Unruhe über den Umgang seiner Regierung mit ihrem zentralen Wahlversprechen: der Kriminalitätsbekämpfung.latercera+2
Die Zeremonie fand um 20 Uhr Ortszeit im Präsidentenpalast La Moneda statt, wobei Kast die Änderungen persönlich leitete. Innenminister Claudio Alvarado wird nun gleichzeitig als Leiter des Generalsekretariats der Regierung fungieren und sowohl die politische Koordination als auch die Kommunikation in einer Person vereinen. Martín Arrau, ein Mitglied der Republikanischen Partei, das seit März als Minister für öffentliche Arbeiten tätig war, wechselt in das Sicherheitsressort. Verkehrsminister Louis de Grange wird die Rolle für öffentliche Arbeiten übernehmen.emol+2
Die Umbildung erfolgt weniger als zwei Wochen vor Kasts erster Rede zur Lage der Nation, die für den 1. Juni geplant ist – ein Anlass, den die Regierung nutzen möchte, um eine geschlossene Front zu präsentieren. Kast trat sein Amt am 11. März an, nachdem er bei den Präsidentschaftswahlen 2025 einen entscheidenden Sieg in der zweiten Runde errungen hatte, was die Associated Press als den ausgeprägtesten Rechtsruck in Chile seit der Rückkehr zur Demokratie beschrieb.pbs+1
Steinert, eine ehemalige Regionalstaatsanwältin aus Tarapacá, war zunehmender Kritik sowohl aus der Regierungskoalition als auch von der Opposition ausgesetzt, da ihre Reaktion auf die steigende Kriminalität und organisierte kriminelle Aktivitäten als ineffektiv wahrgenommen wurde. Ein Interpellationsantrag gegen sie war von Oppositionsabgeordneten angekündigt worden, wobei auch einige Mitglieder verbündeter Parteien Unterstützung für dieses Vorhaben signalisierten.latercera+2
Eine am 17. Mai veröffentlichte CADEM-Umfrage zeigte, dass Kasts Zustimmungsrate auf 36 Prozent fiel – den niedrigsten Stand seit seinem Amtsantritt –, während die Ablehnung auf 58 Prozent stieg. Eine weitere CADEM-Umfrage von Anfang Mai ergab, dass 67 Prozent der Befragten glaubten, der Staat sei mit der Kriminalität überfordert, wobei 78 Prozent das organisierte Verbrechen als das Hauptproblem des Landes identifizierten.youtube+2
Die Schnelligkeit der Umbildung – etwa 69 Tage nach der Amtseinführung – hat Vergleiche zu einigen der schnellsten Ministerwechsel in Chiles Ära nach der Diktatur gezogen. Für Kast, der intensiv mit Versprechen zur Bekämpfung von Kriminalität und illegaler Einwanderung Wahlkampf geführt hatte, stellt der Schritt sowohl ein Eingeständnis früher Stolpersteine dar als auch die Wette, dass eine personelle Umbesetzung eine Regierung vor ihrem ersten großen Test am 1. Juni stabilisieren kann.science+1