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pv-magazine+1pv-magazine+1pv-magazine+1Eine rekordverdächtige Hitzewelle, die Westeuropa im Griff hat, hat die belgischen Strompreise auf das höchste jemals verzeichnete Niveau getrieben. Die Viertelstunden-Spotpreise überstiegen 1.000 Euro pro Megawattstunde, da die Nachfrage nach Kühlung sprunghaft anstieg und die Erzeugungsquellen Schwierigkeiten hatten, Schritt zu halten.
Belgien erreichte laut Daten des Energiemarkt-Informationsanbieters Montel ein neues Allzeithoch für den Viertelstunden-Strompreis von 1.038,25 Euro pro Megawattstunde für das 15-Minuten-Zeitfenster ab 20:45 Uhr MEZ. Die Niederlande erreichten ebenfalls einen neuen Viertelstunden-Rekord von 902,47 €/MWh, während Deutschland 747,10 €/MWh erreichte und die dänische Gebotszone DK1 im selben Abendzeitraum auf 786,83 €/MWh stieg. Die Großhandelspreise für Strom in Belgien waren zuvor bereits auf 658,09 €/MWh geklettert, das höchste Niveau seit Dezember 2022.brusselstimes+2
Die Preisspitzen traten während der abendlichen Spitzenlast auf, wenn die Solarenergieerzeugung rapide abnimmt, während Temperaturen und Kühlbedarf hoch bleiben. Die Residuallast in Deutschland – der Teil des Strombedarfs, der nicht durch Wind und Sonne gedeckt wird – stieg auf 51,5 GW, etwa 10,4 GW über dem typischen Niveau für diese Tages- und Jahreszeit.pv-magazine
Die extreme Hitze hat gleichzeitig den Stromverbrauch erhöht und die Erzeugungskapazität verringert. Gas-und-Dampf-Kombikraftwerke verlieren pro zusätzlichem Grad Celsius zwischen 0,5 % und 0,9 % ihrer Leistung, während auch die Effizienz von Solarmodulen bei erhöhten Temperaturen sinkt. Montel stellte fest, dass die Kombination aus schwindender Solareinspeisung bei Einbruch der Dunkelheit und anhaltend hoher Kühlnachfrage die Märkte dazu zwang, "auf immer teurere Erzeugungsquellen zurückzugreifen, um das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage aufrechtzuerhalten".pv-magazine
Die Krise verschärft einen ohnehin angespannten europäischen Energiemarkt. Die Störung in der Straße von Hormus Anfang des Jahres ließ die Gaspreise stark ansteigen, wobei die Großhandelspreise für Gas in Europa seit Beginn des Nahostkonflikts um etwa 70 % gestiegen sind. Die Europäische Kommission warnte, dass die Auswirkungen der Hormus-Krise länger anhalten würden als erwartet, und selbst eine mögliche Wiedereröffnung der Straße würde laut Chatham House Europas grundlegende Anfälligkeit für teures Erdgas nicht beheben.brusselstimes+2
Das Schwedische Meteorologische und Hydrologische Institut erwartet, dass die Hitzewelle in Mittel- und Westeuropa bis in die ersten Julitage anhält. Frankreich bleibt in Alarmbereitschaft, und Meteorologen haben "schwere" Wetterauswirkungen auf dem gesamten Kontinent vorhergesagt. Da für die kommenden Tage noch höhere Temperaturen prognostiziert werden, erscheinen weitere Preisspitzen wahrscheinlich, was Fragen zur Widerstandsfähigkeit des europäischen Stromnetzes aufwirft, während mehrere Energiekrisen zusammenlaufen.nytimes+3