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bbcespn+1espnEine neue Analyse von BBC Sport hat die Positionen aller 210 stimmberechtigten FIFA-Mitgliedsverbände gegenüber Präsident Gianni Infantino kartiert und eine tief gespaltene globale Fußballgemeinschaft offenbart. Die Zählung zeigt, dass 73 Verbände Infantino weiterhin unterstützen, 124 dagegen sind und 13 unentschlossen sind – eine dramatische Wende für einen Anführer, der sich vor wenigen Wochen noch seiner Wiederwahl sicher schien.bbc
Die Spaltung kristallisierte sich am Montag heraus, als die UEFA, Concacaf und der asiatische Fußballverband (AFC) einen gemeinsamen offenen Brief veröffentlichten. Darin werfen sie Infantino und der FIFA einen "grundlegenden Vertrauensbruch" und "Täuschung" bezüglich seines inzwischen aufgegebenen Plans vor, Anteile an der Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen. Der Brief, der von UEFA-Präsident Aleksander Čeferin, AFC-Präsident Salman Bin Ibrahim Al-Khalifa und Concacaf-Präsident Victor Montagliani unterzeichnet wurde, beschreibt die Episode als "Versagen des Urteilsvermögens" und wirft Infantino vor, sich wie jemand zu verhalten, der "glaubt, das Spiel sei ihm gegenüber rechenschaftspflichtig".espn+1
Die drei Konföderationen vertreten zusammen 136 der FIFA-Mitgliedsverbände. Mehrere europäische Nationen, darunter England und Wales, haben ihre Unterstützungsschreiben für Infantinos Wiederwahlkandidatur offiziell zurückgezogen. Die UEFA hatte bereits mit einem Boykott zukünftiger Weltmeisterschaften gedroht, sofern keine Garantien gegeben würden, dass die FIFA niemals wieder versuchen werde, das Turnier auf diese Weise zu kommerzialisieren.npr+2
Trotz des Widerstands behält Infantino in wichtigen Regionen Rückhalt. Der afrikanische Fußballverband unterstützt seine Führung einstimmig, und der südamerikanische Verband CONMEBOL hat sich gegen jeden Versuch ausgesprochen, ihn ohne eine vollständige Abstimmung der Mitgliedsverbände abzusetzen. Innerhalb der AFC haben Bhutan, die Philippinen und die VAE dem Schweizer Administrator ihre Unterstützung zugesagt, während Mexiko sich von Concacaf abgewandt hat, um ihn zu unterstützen.dw+1
Asien bleibt ein entscheidendes Schlachtfeld, da viele Verbände ihre Position noch nicht erklärt haben. Saudi-Arabien, dem unter Infantinos Aufsicht die WM 2034 zugesprochen wurde, hat keine öffentliche Haltung eingenommen, steht aber im August vor eigenen Wahlen der Fußballführung, die die Position des Königreichs prägen könnten.bbc
Infantino gab Ende Juli nach weit verbreitetem Widerstand seinen Plan auf, das "FIFA Forward Enterprise" zu gründen – ein 20-Milliarden-Dollar-Projekt, um etwa 20 Prozent der kommerziellen Aktivitäten der Weltmeisterschaft an externe Investoren zu verkaufen. Er entschuldigte sich, doch die drei Konföderationen halten diese Reaktion für unzureichend und fordern eine vollständig unabhängige Überprüfung anstelle einer durch die FIFA selbst durchgeführten.frontofficesports+1
Die FIFA-Präsidentenwahl ist für März angesetzt, mit einer Frist für Kandidaten bis November. Ein Herausforderer ist noch nicht offiziell in Erscheinung getreten, obwohl Concacaf-Präsident Montagliani als potenzieller Kandidat gehandelt wird. Bei einem Rennen mit zwei Kandidaten wäre eine einfache Mehrheit von 106 Stimmen erforderlich. Ob Infantino genügend Unterstützung zurückgewinnen kann – oder ob sich seine Gegner hinter einem einzigen Herausforderer vereinen können – wird die kommenden Monate bestimmen.bbc