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cybernews+1.theverge+1.tvpworld+1.Ukrainische Drohnen griffen zwischen dem 8. und 11. Oktober drei von Yandex betriebene Rechenzentren an, woraufhin der automatisierte Datenverkehr aus dem Netzwerk des Unternehmens fast vollständig zum Erliegen kam. Nutzer sozialer Medien schlussfolgerten schnell, dass russische Trollfabriken verstummt seien, und am Montag unterstützte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj diese Einschätzung. Desinformationsforscher und Tech-Publikationen betonen jedoch, dass die Daten etwas Spezifischeres zeigen: Die Web-Crawler von Yandex haben ihre Arbeit eingestellt. Dies belegt nicht, dass Bot-Farmen in sozialen Medien zusammengebrochen sind.tvpworld+4
Yandex teilte mit, dass eine Drohne in der Nacht vom 7. auf den 8. Oktober das Rechenzentrum in Sasowo in der Region Rjasan getroffen habe, was einen Brand verursachte und den Betrieb dort stoppte. Mehrere Module in Kaluga wurden am 9. Oktober ausgeschaltet, und der Betrieb in einer Anlage in Wladimir wurde nach dem dritten Angriff "vollständig eingestellt". Reuters berichtete, dass am Standort Sasowo zwei der Supercomputer untergebracht sind, die Yandex für das Training seines YandexGPT-Modells nutzt. Der Internet-Überwachungsdienst NetBlocks gab an, dass der Datenverkehr von Yandex Cloud auf etwa 30 Prozent des normalen Niveaus gesunken sei. Dienste wie Yandex Pay waren am Montag weiterhin nicht verfügbar. Dima Pirogov, Leiter von Yandex Fintech, erklärte, das Unternehmen könne "noch keinen genauen Zeitplan für die Wiederherstellung nennen". Yandex gibt an, mit den Konkurrenten Selectel, K2Cloud und VK Cloud vereinbart zu haben, betroffene Kunden auf deren Systeme zu verlagern.theverge+4
Selenskyj bezeichnete die Angriffe als "symmetrische Antwort" auf russische Attacken gegen ukrainische Rechenzentren.soapcentral
Cloudflare Radar zeigte, dass der Bot-Verkehr aus dem Yandex-Netzwerk auf einen Bruchteil seines jüngsten Höchststandes fiel. Auf dem Warschauer Sicherheitsforum sagte Selenskyj am Montag, es gebe "weniger Hass, weniger Spaltung und weniger Provokationen, weil es weniger Bots gibt". Der tschechische EU-Abgeordnete Tomáš Zdechovský postete eine Grafik, die behauptete, die Online-Aktivität rund um die deutsche AfD sei "eingebrochen". Sein Kommentar: "Falls bestätigt, ist das vielsagend". Der Historiker Timothy Snyder meinte, es sehe "sehr danach aus", als ob ein Großteil der Pro-Trump- und Pro-AfD-Bot-Aktivitäten von russischen Rechenzentren abhänge. Andere Nutzer berichteten, sie sähen weniger Beiträge von Pro-Trump-Konten.indy100+3
Die Forschungsgruppe antibot4navalny, die Trollfabriken beobachtet, erklärte, die Cloudflare-Grafik habe "nichts mit sozialen Medien zu tun". Sie zählt automatisierte Anfragen an Websites, die aus dem Yandex-Netzwerk (AS13238) stammen, und der Großteil dieses Verkehrs besteht aus Suchmaschinen-Crawling. Die Cloudflare-Daten für Russland insgesamt zeigen, dass der Bot-Verkehr im Vergleich zu den Vorwochen in etwa unverändert blieb. Cybernews merkte an, dass verdeckte Einflussoperationen normalerweise über Residential Proxies, VPNs und westliche Cloud-Anbieter laufen, teilweise weil Plattformen den Verkehr von bekannten russischen Rechenzentren blockieren.mezha+2
Der Informatiker Raphael Wimmer sagte, die von Zdechovský geteilte AfD-Grafik könnte mit KI erstellt worden sein. Er verwies auf einen Datenpunkt mit dem Datum 15. Oktober, das zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch gar nicht erreicht war. Caroline Orr Bueno, eine Verhaltensforscherin, die Desinformation untersucht, kritisierte proukrainische Konten dafür, dass sie "Desinformation verbreiten und so tun, als sei es in Ordnung, nur weil es ein antirussisches/proukrainisches Narrativ ist".cybernews+1