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science+1yahoo+1yahoo+1Achtzig Jahre nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima haben Wissenschaftler eine bisher unbekannte metallische Legierung identifiziert, die in den Sekunden nach der Detonation entstand. Dieser Fund unterstreicht, wie nukleare Explosionen komplexe, geordnete Materialien schmieden können, anstatt sie nur zu zerstören.
Eine am Mittwoch in Science Advances veröffentlichte Studie beschreibt die Entdeckung einer siliziumreichen Mehrkomponentenlegierung, die in einer mikroskopischen Glaskugel aus dem Strandsand der Hiroshima-Bucht konserviert wurde. Die Legierung, die hauptsächlich aus Eisen, Chrom, Nickel, Mangan, Molybdän, Silizium und Aluminium besteht und in einem homogenen kubischen Gitter angeordnet ist, wurde noch nie zuvor in einem Labor oder in der Natur beobachtet.yahoo+1
Die Forschung wurde von Luca Bindi geleitet, einem Geologen und Kristallographen an der Universität Florenz in Italien. Er erklärte gegenüber Gizmodo, dass das Team "eine bisher unbekannte, siliziumreiche Mehrkomponentenlegierung in einer mikroskopischen Kugel entdeckte, die während der Hiroshima-Atomexplosion entstand". Das Korn misst nur wenige Mikrometer im Durchmesser, vergleichbar mit der Größe eines menschlichen roten Blutkörperchens.gizmodo
Als die Atombombe am 6. August 1945 über Hiroshima detonierte, erzeugte sie einen Feuerball von über 7.000 Grad Celsius, der Gebäude, Boden, Metall, Glas und Wasser in einen Plasmawirbel verdampfte. Als dieses Material schnell abkühlte, bildeten sich mikroskopische Tröpfchen, sogenannte "Hiroshimaiten", die sich über der zerstörten Stadt ablagerten. Bindis Team untersuchte 34 solcher Kugeln mittels Mikroskopie, chemischer Analyse und Röntgendiffraktion.wionews+1
Das Bemerkenswerte an dem Fund ist, dass sich diese spezielle Kombination von Elementen normalerweise zu einer einfacheren Kristallstruktur mit weniger Komponenten stabilisieren würde. Stattdessen bewahrten die extremen Bedingungen eine komplexe kubische Form, die das enthält, was Bindi als "eine detaillierte Aufzeichnung von Bedingungen, die nur für Sekundenbruchteile existierten" bezeichnete. Er beschrieb die Partikel eher als "physische Archive der Explosion" denn als bloße geschmolzene Trümmer.yahoo
Die Entdeckung folgt auf Bindis frühere Identifizierung eines neuartigen Kristalls, der während des Trinity-Tests des Manhattan-Projekts in New Mexico geschmiedet wurde. Zusammengenommen deuten die Ergebnisse darauf hin, dass nukleare Detonationen systematisch neue Klassen von Materialien produzieren, indem sie "ungewöhnliche Regionen des strukturellen und chemischen Phasenraums" erforschen, wie Bindi erklärte.theflorentine+1
Aus Sicht der nuklearen Forensik "kodieren die Verbindungen diagnostische Informationen über Gerätematerialien, die lokale Umgebung und thermochemische Bedingungen während der Detonation", sagte Bindi gegenüber Gizmodo. Das Team merkte in der Arbeit an, dass solche Ereignisse Bedingungen erzeugten, die "in ihrer Natur mit Hypergeschwindigkeitskollisionen von Planeten, Meteoriteneinschlägen und Blitzeinschlägen vergleichbar" seien.gizmodo+1
Die Forscher argumentierten, dass diese Entdeckungen "systematische, ethisch und rechtlich verwaltete" Studien von Trümmern extremer Ereignisse rechtfertigen könnten, da solche Legierungen typischerweise eine bemerkenswerte mechanische Festigkeit, thermische Stabilität oder Korrosionsbeständigkeit aufweisen. Ob diese Materialien isolierte Kuriositäten darstellen oder Teil einer breiteren Klasse von Substanzen sind, die durch extreme Ereignisse entstehen können, bleibt eine offene Frage.yahoo+1