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South China Morning Post+1SC Media+1finance.yahoo.com+1Der Ausbau von Anlagen von Huawei und ZTE aus europäischen Telekommunikationsnetzen würde die Betreiber schätzungsweise zwischen 30 und 40 Milliarden Euro kosten. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht von GSMA Intelligence hervor. Diese Summe ist rund dreimal so hoch wie die Eigenschätzungen der Europäischen Kommission und hat bereits Kritik von Analysten hervorgerufen, die die Zahlen für aufgebläht halten.South China Morning Post+2
Die Studie wurde von sieben großen europäischen Betreibergruppen in Auftrag gegeben, darunter die Deutsche Telekom, Vodafone und Orange . Sie erscheint zu einem Zeitpunkt, da Brüssel darauf drängt, jahrelange freiwillige Leitlinien im Rahmen eines überarbeiteten Cybersicherheitsgesetzes in verbindliche Regeln zu gießen. Dies würde Telekommunikationsunternehmen verpflichten, Ausrüstung von bestimmten Hochrisiko-Anbietern innerhalb von drei Jahren zu entfernen.Reuters+1
Die Folgenabschätzung der Europäischen Kommission hatte die Kosten für Mobilfunkbetreiber über einen dreijährigen Übergangszeitraum auf 3,4 Milliarden bis 4,3 Milliarden Euro pro Jahr beziffert, was insgesamt etwa 10 bis 13 Milliarden Euro entspricht. Diese Analyse erfasste jedoch ausschließlich Mobilfunknetze. Der Bericht von GSMA Intelligence stützt sich auf interne Daten von Betreibern, die gemeinsam fast die Hälfte der Mobilfunkverbindungen in der EU bedienen, und dehnt den Geltungsbereich auf die Festnetz- und Transportinfrastruktur aus.SC Media+1
Die Aufschlüsselung beziffert die Kosten auf 16 bis 22 Milliarden Euro für Mobilfunknetze, 9 bis 12 Milliarden Euro für Transportnetze und 5 Milliarden Euro für Festnetz-Breitbandausrüstung. Die Studie prognostiziert zudem zusätzliche Kosten in Höhe von 8,5 Milliarden Euro zwischen 2027 und 2030 infolge des geringeren Wettbewerbs unter den Ausrüstern, wobei die Preise für Mobilfunkgeräte voraussichtlich um 24 Prozent steigen werden.South China Morning Post+2
Nicht jeder akzeptiert die Zahlen der GSMA. Hosuk Lee-Makiyama vom European Centre for International Political Economy (ECIPE) hat argumentiert, dass es sich um Bruttowerte handelt, die die Ersatzinvestitionen unberücksichtigt lassen, welche Betreiber unabhängig von einem Verbot ohnehin hätten tätigen müssen. Diese Kritik erinnert an ein bekanntes Muster: Als die GSMA im Jahr 2019 prognostizierte, ein Huawei-Verbot würde Europas 5G-Kosten um 55 Milliarden Euro erhöhen, hielt das dänische Forschungsinstitut Strand Consult dem eine Schätzung von lediglich 3,5 Milliarden Dollar entgegen.finance.yahoo.com+2
Die GSMA, zu deren Mitgliedern Huawei selbst zählt, sah sich bereits in der Vergangenheit mit Fragen konfrontiert, ob ihre Kostenschätzungen die tatsächlichen Marktauswirkungen oder eher Industrielobbyismus gegen Einschränkungen widerspiegeln.finance.yahoo.com
Der Bericht erscheint inmitten einer eskalierenden regulatorischen Kampagne. Im Januar stellte die Kommission einen Entwurf für ein Cybersicherheitsgesetz vor, das 18 Sektoren von der Telekommunikation bis hin zu Halbleitern abdeckt. Im Mai empfahl Brüssel den 27 Mitgliedsstaaten formell, Huawei und ZTE von der Konnektivitätsinfrastruktur auszuschließen. Und im März veröffentlichte der Generalanwalt des höchsten EU-Gerichts ein Gutachten, wonach Mitgliedsstaaten berechtigt sind, Huawei-Ausrüstung aus Gründen der nationalen Sicherheit zu verbieten.Seoul Economic Daily+3
Ob die Warnungen der GSMA vor den Kosten den Gesetzgebungsprozess verlangsamen werden, bleibt abzuwarten. Das überarbeitete Cybersicherheitsgesetz bedarf nach wie vor der Zustimmung sowohl der EU-Mitgliedsstaaten als auch des Europäischen Parlaments. Für Betreiber, die von nationalen Regierungen bereits entsprechende Anweisungen erhalten haben – Deutschland hatte sich 2024 darauf geeinigt, Huawei bis Ende 2026 aus dem 5G-Kernnetz zu verbannen –, ist die finanzielle Abrechnung ohnehin bereits im Gange.Reuters+1