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reutersscmp+1wdbo+1Während sich die Staats- und Regierungschefs der 32 NATO-Mitgliedstaaten darauf vorbereiten, am 7. und 8. Juli im Beştepe-Präsidentenkomplex in Ankara zusammenzukommen, steht Generalsekretär Mark Rutte vor dem prekärsten Moment seiner fast zweijährigen Amtszeit: die Vereinigten Staaten im Bündnis zu halten, während Präsident Trump seine Forderungen von Verteidigungsausgaben auf etwas verlagert, das schwerer zu quantifizieren ist — Loyalität.
Ruttes Strategie im Umgang mit Trump konzentrierte sich lange Zeit auf Schmeicheleien und Finanzzahlen. Bei einem Treffen im Weißen Haus Ende Juni enthüllte der ehemalige niederländische Premierminister ein Diagramm mit der goldenen Aufschrift "The Trump Trillion", in dem er dem Präsidenten zuschrieb, seit 2017 kumulierte zusätzliche Verteidigungsausgaben der europäischen Verbündeten und Kanadas in Höhe von 1,2 Billionen Dollar vorangetrieben zu haben. Rutte argumentierte, dass das Geld eine historische Verschiebung der Lastenteilung darstelle, die durch Trumps Druck während beider Amtszeiten vorangetrieben wurde.politico+3
Doch Trump schien unbeeindruckt. Der Präsident sagte Reportern, er sei enttäuscht, dass die NATO-Verbündeten sich weigerten, die von den USA geführte Militärkampagne gegen den Iran zu unterstützen, die gemeinsam mit Israel ohne Konsultation der europäischen Partner gestartet wurde. "Ich will einfach nur Loyalität", sagte Trump laut Associated Press.scmp+4
Trump deutete an, dass er den Gipfel möglicherweise ganz ausgelassen hätte, wenn er nicht vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan ausgerichtet worden wäre. Der türkische Außenminister Hakan Fidan bestätigte diese Darstellung und sagte, Trumps Teilnahme sei durch die Gastgeberrolle der Türkei ermöglicht worden. Die Dynamik unterstreicht sowohl Erdoğans persönliche Beziehung zu Trump als auch die Zerbrechlichkeit des US-Engagements für das Bündnis.cnbc+4
Der Gipfel wird der erste Besuch eines amtierenden US-Präsidenten in der Türkei seit 2015 sein, und es wird erwartet, dass Erdoğan den Anlass nutzen wird, um sich als globaler Vermittler zu positionieren, der in der Lage ist, die Kluft zwischen Washington und seinen europäischen Partnern zu überbrücken.cfr+1
Trotz der Spannungen haben die NATO-Botschafter bereits einen Entwurf einer Erklärung gebilligt, in der die Staats- und Regierungschefs, einschließlich Trump, laut Reuters ein "eisernes Bekenntnis" zur kollektiven Verteidigung gemäß Artikel 5 bekräftigen werden. Die Verbündeten werden zudem 70 Milliarden Euro an Militärhilfe für die Ukraine für 2026 zusagen. Ein Verteidigungsindustrieforum am Eröffnungstag des Gipfels wird sich auf die Fortschritte beim NATO-Ziel von 5 Prozent Verteidigungsinvestitionen konzentrieren.reuters+1
Doch die formelle Agenda könnte von der ungelösten Frage überschattet werden, ob finanzielle Verpflichtungen allein einen Präsidenten zufriedenstellen können, der nun etwas Persönlicheres fordert. Wie ein Analyst bei Just Security feststellte, ist die Frage vor Ankara einfach: "Wird Trump den Sieg annehmen?"wsj+2