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reutersaareutersDie globale Energiewende tritt in eine neue Phase ein. Investitionen fließen zunehmend weg von Solarmodulen und Windparks hin zur Netzinfrastruktur und Batteriespeichern, die für den Betrieb erneuerbarer Energiesysteme erforderlich sind. Dies geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Reuters Kommentar sowie einem Bericht des World Energy Council vom Vortag hervor.
Die weltweiten Importe chinesischer Solarsysteme sind auf etwa die Hälfte ihres Höchststandes von über 5,8 Milliarden Dollar im März 2023 gesunken und liegen im Jahr 2026 bisher bei durchschnittlich etwa 2,7 Milliarden Dollar pro Monat, wie Daten des Thinktanks Ember laut Reuters zeigen. Gleichzeitig erreichten die Ausgaben für chinesische Energiespeicherbatterien und Netztechnik in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 rund 75 Milliarden Dollar, etwa 20 Milliarden Dollar mehr als im gleichen Zeitraum 2025.reuters
Der Wandel spiegelt eine einfache Realität wider: Viele Stromnetze produzieren in sonnigen Zeiten zwar erhebliche Überschüsse, verfügen jedoch nicht über die Infrastruktur, um diesen Strom zu speichern, auszugleichen und neu zu verteilen. Der Reuters-Kolumnist Gavin Maguire schrieb, dass "Investitionen zunehmend in die Infrastruktur fließen, die bestimmt, wie effektiv erneuerbarer Strom genutzt werden kann, anstatt nur in die Erzeugungskapazitäten".reuters
Vierzig Länder haben seit 2018 jeweils mehr als 1 Milliarde Dollar für den Import chinesischer Solarsysteme ausgegeben, wobei 12 Länder die 5-Milliarden-Dollar-Marke überschritten haben. Diese Welle des Ausbaus hat einen dringenden Bedarf an Werkzeugen geschaffen, um die Variabilität zu bewältigen, die mit einer starken Solarenergieerzeugung einhergeht.reuters
Europa führte die regionale Nachfrage nach Batterien und Netztechnik mit Ausgaben von etwa 31,1 Milliarden Dollar an, gefolgt von Asien mit 22 Milliarden Dollar. Lateinamerika und Afrika erreichten mit etwa 3,9 Milliarden bzw. 3,8 Milliarden Dollar Rekordimportwerte, während Ozeanien mit über 3,6 Milliarden Dollar ein Allzeithoch verzeichnete. Nordamerika bildete eine Ausnahme und verzeichnete einen Rückgang im Jahresvergleich auf etwa 7 Milliarden Dollar, was größtenteils auf Zölle auf chinesische Produkte zurückzuführen ist.reuters
Der Bericht des World Energy Council mit dem Titel "Rebalancing World Energy: Trade-Offs and Transformations", der auf Gesprächen mit mehr als 275 führenden Energieexperten aus 65 Ländern basiert, identifizierte Stromnetze, Energiespeicherung und Systemintegration als die häufigsten Hindernisse für weitere Fortschritte.aa
"Die Herausforderung besteht nicht mehr nur darin, wie schnell Länder erneuerbare oder andere neue Erzeugungskapazitäten aufbauen können", so der Bericht. "Es geht zunehmend darum, ob die Stromnetze diese Kapazitäten aufnehmen und den Strom dorthin liefern können, wo er benötigt wird".aa
Die Generalsekretärin des WEC, Angela Wilkinson, sagte: "Integration und Interoperabilität sind jetzt entscheidend: die Verbindung der Teile jedes Systems und die Ermöglichung der Zusammenarbeit verschiedener Systeme und Wege".aa
Die Herausforderungen variieren je nach Region. Brasiliens Stromsystem ist zu etwa 90 Prozent erneuerbar, sieht sich jedoch mit einer zunehmenden Abregelung sauberer Energie konfrontiert, während in Afrika etwa 600 Millionen Menschen immer noch keinen Zugang zu Elektrizität haben – eine Lücke, die nicht allein durch Erzeugung ohne Investitionen in Übertragung und Verteilung geschlossen werden kann. China hat fast 50 Höchstspannungs-Übertragungsprojekte realisiert, die mehr als 420 Gigawatt an überregionaler Kapazität liefern. Unterbrechungen im Zusammenhang mit dem Krieg gegen den Iran haben unterdessen die Importe im Nahen Osten eingeschränkt und die Dringlichkeit der Energiesicherheit in mehreren Regionen erhöht.aa+1
Der Rückgang bei den Solarimporten, so Maguire, "ist weniger ein Zeichen für nachlassende Dynamik als vielmehr für eine reifende Energiewende".reuters