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united24mediahome+1homeDer globale Dieselmarkt ächzt unter der Last zweier zusammenfallender Angebotsschocks, die seit Februar mehr als 1,6 Millionen Barrel Diesel und Gasöl pro Tag aus dem internationalen Handel entfernt haben. Dies hat die Preise in den USA und Europa auf über 220 Dollar pro Barrel getrieben und den US-Einzelhandelspreis für Diesel auf ein Rekordhoch von 6,27 Dollar pro Gallone gehoben.united24media+1
Der Ölmarktbericht der Internationalen Energieagentur (IEA) vom September identifizierte den nahezu vollständigen Zusammenbruch der Treibstoffexporte aus dem Persischen Golf als die größere der beiden Störungen und bezeichnete die Krise im Nahen Osten als die größte Unterbrechung der Ölversorgung in der Geschichte des Weltmarktes. Die Ausfuhren von Diesel und Gasöl aus der Golfregion sind auf nur noch 390.000 Barrel pro Tag gefallen – etwa ein Viertel des Vorkriegsniveaus –, nachdem der Iran die Straße von Hormus infolge der US-israelischen Angriffe Ende Februar geschlossen hatte. Über den Wasserweg wurde zuvor etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgasversorgung abgewickelt.reuters+1
Ukrainische Drohnenangriffe auf russische Raffinerien haben den Mangel verschärft. Reuters Thomson Reuters Corporation berichtete am 15. September, dass sechs der führenden russischen Dieselraffinerien, die etwa die Hälfte der Dieselproduktion des Landes ausmachen, ihren Betrieb reduziert oder eingestellt haben. Moskau hat zudem die Dieselausfuhren eingeschränkt, um den heimischen Markt zu stabilisieren, und plant laut der russischen Tageszeitung Wedomosti, diese Beschränkungen bis Ende Oktober zu verlängern. Andy Lipow von Lipow Oil Associates schätzte, dass allein das russische Exportverbot etwa 800.000 Barrel Diesel täglich vom Markt genommen hat.bankingnews+2
Die asiatischen Raffineriemargen für Diesel erreichten am 16. September laut IEA einen Rekordwert von mehr als 87 Dollar pro Barrel, während europäische Gasöl-Futures am Dienstag auf einem Rekordhoch schlossen.united24media+1
Die Krise verschärfte sich in der vergangenen Woche, als Drohnenangriffe die Ost-West-Pipeline Saudi-Arabiens beschädigten, eine 1.200 Kilometer lange Leitung, die zur wichtigsten Umgehungsroute um die Straße von Hormus geworden war und zuletzt schätzungsweise 4 bis 6 Millionen Barrel pro Tag transportierte. Saudi Aramco stellte die Verladungen aus seinem Rotmeerhafen Yanbu ein und stornierte einige Lieferungen an europäische Kunden im September.home+3
Saudi-Arabien bietet nun zusätzliches Rohöl über Schiff-zu-Schiff-Transfers vor dem omanischen Hafen Sohar an, was die Ölpreise am Mittwoch beruhigte, wobei Brent nach einer zweitägigen Rallye wieder nachgab. US-Energieminister Chris Wright sagte am Dienstag gegenüber CNBC Comcast Corporation , dass der Pipeline-Ausfall in Tagen gemessen werde, obwohl britische Behörden befürchten, dass sie für sechs Wochen geschlossen bleiben könnte.rigzone+1
Der Treibstoffengpass sorgt nun für politische Reibungen. Präsident Trump forderte öffentlich, dass die Ukraine die Angriffe auf russische Dieselanlagen einstellen solle, während der Mehrheitsführer im Senat, John Thune, erklärte, er sei offen für die Prüfung eines US-Dieselausfuhrverbots. Raffinerien haben gewarnt, dass ein solches Verbot kontraproduktiv sein könnte, da es die Wirtschaftlichkeit der Raffinerien schwächt und gleichzeitig US-Barrel aus einem unterversorgten Weltmarkt abzieht. Vitol-CEO Russell Hardy merkte im September an, dass dem Weltmarkt große Mengen an raffinierten Produkten sowohl aus Russland als auch aus dem Nahen Osten fehlten, während die US-Raffinerien bereits nahe ihrer maximalen Kapazität arbeiteten.home+3