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reuters+1antena3reuters+1Während eine tödliche Hitzewelle weiterhin Westeuropa im Griff hat, mit Temperaturen, die mehr als 18 °C über den saisonalen Normen liegen und allein in Frankreich mindestens 50 Todesopfer gefordert haben, wehren sich Klimawissenschaftler gegen Medienberichte, die die extreme Hitze mit dem sich entwickelnden El Niño im Pazifischen Ozean in Verbindung bringen.reuters+1
Die aktuelle Hitzewelle wird durch ein atmosphärisches Phänomen angetrieben, das als „Omega-Block“ bekannt ist – ein Jetstream-Muster, das dem griechischen Buchstaben Ω ähnelt und eine Hochdruckkuppel über einen längeren Zeitraum über einer Region festhält, während an den Flanken kühleres Wetter herrscht. Großbritannien verzeichnete mit 36,1 °C seine höchste jemals gemessene Juni-Temperatur, Frankreich registrierte am Dienstag seine höchste jemals gemessene Durchschnittstemperatur, und Italien gab für 16 Städte, darunter Rom, Mailand und Florenz, seine höchste Hitzewarnung heraus.reuters+2
Ioanna Vergini, Gründerin und Chef-Wetteranalystin der globalen Prognoseplattform WYF24, sagte, die Zuschreibung an El Niño sei fehl am Platz. „Der Pazifik befindet sich derzeit nicht in einem starken El-Niño-Zustand, und selbst wenn dies der Fall wäre, ist sein direkter Einfluss auf die europäische Sommerhitze schwach und nur schwer abgrenzbar“, sagte Vergini laut Berichten von Antena3. Sie beschrieb das Ereignis als „ein klassisches Jetstream-Blockadephänomen, das auf einem rekordwarmen Hintergrund wirkt. Die Hitzekuppel ist der Mechanismus; die langfristige Erwärmung ist der Verstärker; El Niño ist ein Ablenkungsmanöver.“antena3
Jon Gottschalck, Meteorologe beim U.S. Climate Prediction Center, gab während der Hitzewelle im Mai, die dem aktuellen Ereignis vorausging, eine ähnliche Einschätzung ab und sagte gegenüber USA Today, dass die Hitze in Europa „eher auf ein anhaltendes atmosphärisches Blockademuster als auf die El Niño-Southern Oscillation zurückzuführen“ sei.usatoday
Die Weltorganisation für Meteorologie berichtete Anfang Juni, dass eine 80-prozentige Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung eines moderaten bis starken El Niño zwischen Juni und August bestehe, was die globalen Temperaturen in den kommenden Monaten erhöhen könnte. Experten betonen jedoch, dass dieses breitere Erwärmungssignal von dem regionalen Blockademuster zu unterscheiden ist, das derzeit für die extreme Hitze in Europa verantwortlich ist.dw
Die Hitzewelle, Europas zweites Hitzekuppel-Ereignis in nur zwei Monaten, hat zu hunderten Schulschließungen geführt, Stromnetzstörungen in ganz Frankreich ausgelöst und rote Wetterwarnungen in Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Deutschland und der Schweiz veranlasst. Meteorologen warnen, dass sich die Bedingungen über das Wochenende verschlechtern könnten, wobei die Temperaturen in Teilen Frankreichs und auf der Iberischen Halbinsel voraussichtlich im niedrigen bis mittleren 40-Grad-Celsius-Bereich bleiben werden.severe-weather+2
Wissenschaftler weisen darauf hin, dass der Klimawandel zwar nicht die direkte Ursache für ein einzelnes Blockadeereignis ist, die langfristige Erwärmung jedoch die Basis anhebt, auf der solche Ereignisse ablaufen – was jede Hitzewelle heißer und gefährlicher macht, als sie vor Jahrzehnten gewesen wäre.cnbc+1