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reuters+1reuters+1reutersDer menschengemachte Klimawandel war der Haupttreiber für die rekordverdächtigen Meerestemperaturen rund um Europa in diesem Sommer. Die Höchsttemperaturen im Mittelmeer und entlang des Golfs von Biskaya wären ohne die globale Erwärmung "praktisch unmöglich" gewesen, so eine am Mittwoch veröffentlichte Analyse der Gruppe World Weather Attribution (WWA).
Das Mittelmeer verzeichnete im vergangenen Monat eine Durchschnittstemperatur von 27°C, der höchste Wert für einen Juli seit Beginn der Aufzeichnungen, während eine Boje vor Mallorca Anfang August laut Reuters 33°C maß. In einigen Gebieten des Mittelmeers lagen die Oberflächentemperaturen während der zwei heißesten Wochen des Monats mehr als 6°C über dem Normalwert.reuters+1
Die WWA-Analyse, die von Forschern aus der Schweiz, Schweden, den USA, Irland und Großbritannien durchgeführt wurde, ergab, dass der Klimawandel das Mittelmeer um etwa 2°C und die westeuropäischen Meere um etwa 1,3 bis 1,4°C erwärmt hat. In der Keltischen See vor Großbritannien und Irland wären die extremsten gemessenen Temperaturen ohne die menschengemachte Erwärmung nur etwa einmal pro Jahrhundert zu erwarten gewesen.worldweatherattribution+2
"Vom Atlantik vor Irland bis zum Mittelmeer erleben Europas Meere einen alarmierenden Temperaturanstieg", sagte Co-Autor Thomas Frolicher, Umweltphysiker an der Universität Bern.yahoo
Die Studie warnt, dass extrem hohe Meeresoberflächentemperaturen bereits schwere ökologische Schäden verursachen. Marine Hitzewellen bedecken nun etwa 90 % des Golfs von Biskaya und der iberischen Küste sowie 80 % des westlichen Mittelmeers – Zahlen, die ohne die globale Erwärmung eher bei 40 % gelegen hätten.worldweatherattribution+1
Der WWA-Bericht dokumentiert, wie Arten in kühlere Gewässer nach Norden abwandern, was Nahrungsketten und die Küstenfischerei stört. In Großbritannien berichten Fischer von einem Anstieg der Krakenpopulation, während Delfine dazu übergegangen sein sollen, Quallen zu fressen, da ihre übliche Beute zurückgeht.worldweatherattribution
"Wir nähern uns schnell den absoluten biologischen Anpassungsgrenzen vieler Arten", sagte John Bruno, Meeresökologe an der University of North Carolina.reuters+1
Claire Bergin, Klimawissenschaftlerin an der Maynooth University und Co-Autorin der Studie, merkte an, dass "wärmeres Wasser zum Schwimmen für Strandbesucher zwar attraktiv klingen mag", aber "die Auswirkungen auf das marine Leben unter der Oberfläche weitaus schwerwiegender sind".yahoo
Die Folgen gehen weit über das marine Leben hinaus. Wärmere Meere erhöhen die Luftfeuchtigkeit und die Nachttemperaturen in Küstengebieten, was den Hitzestress für die Bevölkerung verschlimmert und später im Jahr zu intensiven Stürmen beitragen kann. Die WWA wies darauf hin, dass hohe Mittelmeertemperaturen bereits in der Vergangenheit mit extremen Niederschlagsereignissen in Verbindung gebracht wurden, darunter die Überschwemmungen in Valencia im Jahr 2024.bloomberg+2
Die Studie prognostiziert, dass bei einer weiteren Erwärmung um 1,4°C Ereignisse wie die in diesem Sommer um weitere 1,3 bis 1,9°C heißer werden würden, was die Temperaturen über das Maß hinaus treiben würde, das viele marine Arten tolerieren können. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass "ein rascher Ausstieg aus fossilen Brennstoffen unerlässlich ist, um entscheidende Ökosysteme, die Fischerei, die Nahrungsmittelproduktion und den Tourismus entlang der europäischen Küsten zu retten".worldweatherattribution