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thestar+1reuters+1kyivpost+1Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte EU-Führungskräften in einem am späten Freitag versandten Brief mit, dass ein deutscher Vorschlag, der Ukraine eine „assoziierte“ Mitgliedschaft in der Europäischen Union zu gewähren, „unfair“ sei, da Kiew dadurch ohne Stimme innerhalb des Blocks bliebe, so Reuters, dem die Nachricht vorlag.thestar+1
„Es wäre unfair, wenn die Ukraine in der Europäischen Union präsent wäre, aber stimmlos bliebe“, schrieb Selenskyj. „Es ist an der Zeit, mit der Mitgliedschaft der Ukraine auf eine vollständige und sinnvolle Weise voranzuschreiten.“investing+1
Der Brief war an den Präsidenten des Europäischen Rates António Costa, die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen und den zyprischen Präsidenten Nikos Christodoulides gerichtet, der den rotierenden Vorsitz des EU-Rates innehat. Selenskyj dankte den europäischen Staats- und Regierungschefs für ihre Unterstützung während des Krieges und argumentierte, dass die Ukraine als Bollwerk gegen die russische Aggression für den gesamten 27-Nationen-Block fungiere.thestar
„Wir verteidigen Europa – vollständig, nicht teilweise und nicht mit halben Maßnahmen“, sagte er. „Die Ukraine verdient einen fairen Ansatz und gleiche Rechte innerhalb Europas.“thestar
Selenskyj merkte zudem an, dass die Abwahl des ungarischen Premierministers Viktor Orbán – eines entschiedenen Gegners der EU-Mitgliedschaft der Ukraine – nach den Wahlen im letzten Monat neue Möglichkeiten für substanzielle Fortschritte bei den Beitrittsgesprächen geschaffen habe.thestar
Bundeskanzler Friedrich Merz skizzierte das Konzept der assoziierten Mitgliedschaft in einem Brief an dieselben EU-Führungskräfte am 18. Mai, worüber die Associated Press erstmals am 22. Mai berichtete. Im Rahmen des Plans würde die Ukraine ohne Stimmrecht an EU-Gipfeln und Ministertreffen teilnehmen, Vertreter ohne Stimmrecht in die Europäische Kommission und das Europäische Parlament entsenden und Zugang zur gegenseitigen Verteidigungsklausel der EU gemäß Artikel 42.7 der EU-Verträge erhalten.abcnews+2
Merz betonte, die Regelung sei „keine Mitgliedschaft light“ und würde „weit über“ das bestehende Assoziierungsabkommen hinausgehen, das die Beziehungen zwischen der EU und der Ukraine regelt. Er schlug zudem einen „Snap-back-Mechanismus“ vor, der den Status widerrufen könnte, falls die Ukraine bei rechtsstaatlichen Standards Rückschritte mache.euronews+2
Der Vorschlag stieß in Europa auf gemischte Reaktionen. Der slowakische Premierminister Robert Fico lehnte ihn kategorisch ab, während die Europäische Kommission erklärte, das Thema solle auf Ebene des Europäischen Rates diskutiert werden und jede Lösung müsse den „leistungsbasierten“ Beitrittsprozess respektieren. Der irische Außenminister warnte, dass die EU-Verträge keine „assoziierte Mitgliedschaft“ vorsehen.dailymotion+3
Kritiker in Kiew argumentierten, der Plan würde die Ukraine auf dem Beitrittspfad effektiv von Moldau entkoppeln und die Ukraine hinter anderen Kandidatenländern zurücklassen, während der EU alles geboten werde, was sie wolle – insbesondere die sicherheitspolitische Ausrichtung –, ohne im Gegenzug echten institutionellen Einfluss zu gewähren.eurointegration