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news.yahoo+1dwnews.yahoo+1Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat die Reaktionen einiger Mitgliedstaaten der Europäischen Union auf die Massenüberquerung der Grenze in Ceuta als „egoistisch, polarisierend und rechtswidrig“ verurteilt und ein Dringlichkeitstreffen der EU-Innenminister gefordert, während die diplomatischen Spannungen innerhalb des Bündnisses zunehmen.
In einem Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vom Samstag, das Bloomberg und Euronews vorliegt, äußerte Sánchez „schwere Sorge“ über Reaktionen, die seiner Meinung nach „von Vorurteilen, Falschnachrichten, Unwissenheit oder politischem Interesse getrieben“ seien. Der Brief folgte auf den Vorfall am Donnerstag, bei dem geschätzte 60.000 Menschen von Marokko in die spanische Exklave gelangten, die Grenzkontrollen überrannten und mindestens 67 Todesopfer forderten.news.yahoo+2
Italiens Regierung setzte am Samstag das Schengen-Abkommen über die Freizügigkeit mit Spanien offiziell für einen Monat aus. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bezeichnete die Bilder aus Ceuta als „schockierend“ und nannte den Schritt eine „außergewöhnliche Maßnahme“ zur „Wahrung der nationalen Sicherheit“. Das italienische Innenministerium teilte mit, dass die Aussetzung Einreisepunkte auf dem See- und Luftweg betreffen werde, mit „zielgerichteten“ Kontrollen von Nicht-EU-Bürgern, die aus Spanien anreisen.dw
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen forderte die EU auf, „alle Optionen zu prüfen, einschließlich einer Aussetzung der Schengen-Zusammenarbeit“, woraufhin Finnland ähnliche Forderungen erhob. Deutschland kündigte an, seine bestehenden Binnengrenzkontrollen über den September hinaus zu verlängern. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt verwies dabei auf die „unberechenbare Natur der illegalen Migrationskrise“. Frankreich stationierte Hunderte zusätzliche Einsatzkräfte an der Grenze zu Spanien und sicherte Madrid gleichzeitig seine Solidarität zu.dw
Sánchez wies die Kritik nachdrücklich zurück und schrieb, Spanien habe „eine der am wenigsten durchlässigen Außengrenzen der Europäischen Union“. Er verwies auf Daten von Frontex, die zwischen 2021 und 2026 weit höhere Zahlen unregelmäßiger Migrationsanmeldungen über Italien und den Westbalkan ausweisen. Er betonte, dass die Grenzkontrolle innerhalb von 48 Stunden wiederhergestellt worden sei und die spanischen Behörden schätzten, dass 48.300 Migranten bis Freitagabend nach Marokko zurückgekehrt seien.news.yahoo+1
Die spanische Regierung führte den Anstieg auf Falschinformationen zurück, die von Schleusernetzwerken über ein jüngstes Urteil des Obersten Gerichtshofs zur Migration verbreitet wurden. Das Urteil sei fälschlicherweise so interpretiert worden, dass auf dem Seeweg ankommende Migranten nicht abgeschoben werden könnten.dw
Die Krise hat bestehende Konfliktlinien innerhalb der EU in der Migrationspolitik vertieft. Sánchez erinnerte die EU-Führung daran, dass Spanien während der Grenzkrise in Belarus 2021 und beim Anstieg der Ankunftszahlen auf der italienischen Insel Lampedusa 2023 Solidarität gezeigt habe. Er hat den Europäischen Rat formell um die Einberufung einer dringenden Videokonferenz der Innenminister gebeten, um eine gemeinsame Antwort festzulegen und die geteilte Verantwortung für den Schutz der Außengrenzen zu bekräftigen.aa+1
„Im aktuellen internationalen Kontext kann sich die Europäische Union diese Art von egoistischer, polarisierender und rechtswidriger Reaktion nicht leisten“, schrieb Sánchez.bloomberg