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english.nv+1defensenews+1dw+1Die Geheimdienste der NATO beobachten die russische Nordflotte genau, da die Sorge wächst, dass Moskau ein geheimes Programm zur Stationierung atomar bewaffneter Raketen auf dem Boden des Arktischen Ozeans vorantreibt, wie aus einer am 21. Mai veröffentlichten Untersuchung der deutschen öffentlich-rechtlichen Sender WDR und NDR hervorgeht. Der Bericht identifiziert ein geheimes Projekt mit dem Codenamen "Skif", bei dem Russland vermutlich ferngesteuerte Raketensysteme entwickelt, die in versiegelten Containern untergebracht sind, welche von U-Booten auf den Meeresboden abgeworfen werden.english.nv+2
Die Enthüllung erfolgt, während Russland seine größten Atomübungen seit Jahren abschließt, eine dreitägige Übung vom 19. bis 21. Mai, bei der fast 65.000 Soldaten, über 200 Raketenwerfer, 140 Flugzeuge, 73 Überwasserschiffe und 13 U-Boote – darunter acht strategische Atom-U-Boote – mobilisiert wurden.defensenews+1
Das Skif-System, das vom Rubin Design Bureau und dem Makeyev State Rocket Center entwickelt wurde, ist so konzipiert, dass es in einem versiegelten Container auf dem Meeresboden ruht, bis es ein Fernstartsignal empfängt. Im Standby-Modus kann die Einheit monatelang unentdeckt bleiben. Ihr Hauptvorteil ist die nahezu vollständige Unsichtbarkeit für Satellitenüberwachung und weltraumgestützte Raketenabwehrsysteme.www1
Russische Staatsmedien haben das System zuvor als Gegenmaßnahme zu amerikanischen Raketenabwehrkonzepten beschrieben und angemerkt, dass weder Satelliten noch antiballistische Raketenelemente eine solche Waffe im Voraus lokalisieren können. NATO-Geheimdienste versuchen nun laut den Erkenntnissen der deutschen Sender zu bestimmen, wie nah das Programm am operativen Einsatz ist.united24media+2
Das russische Verteidigungsministerium kündigte die Übungen am 19. Mai ohne vorherige öffentliche Ankündigung an und bezeichnete sie als Probe für "die Vorbereitung und den Einsatz von Nuklearstreitkräften im Falle einer Aggressionsdrohung". Die Übungen umfassen alle drei Komponenten der russischen nuklearen Triade – landgestützte ballistische Raketen, von U-Booten gestartete Raketen und strategische Bomber. Teile der Barentssee wurden für zivile Schifffahrt und Flugverkehr für scharfe Raketentests gesperrt.arctictoday+1
Die Übungen weiteten sich von dem aus, was ursprünglich als gemeinsame russisch-belarussische taktische Atomübungen angekündigt worden war. Belarus begann am 18. Mai mit eigenen Übungen zur nuklearen Bereitschaft und testete den Einsatz russischer taktischer Atomwaffen, die auf seinem Territorium stationiert sind. Das belarussische Verteidigungsministerium erklärte, die Übungen würden die Bereitschaft zur Stationierung von Atomwaffen in verschiedenen Regionen des Landes bewerten. Die Ukraine verurteilte die Übungen und beschuldigte Russland, die nukleare Proliferation zu unterstützen.dw+1
Die Enthüllungen erfolgen vor dem Hintergrund eskalierender russischer militärischer Provokationen entlang der NATO-Grenzen. Allein im Jahr 2025 verzeichneten NATO-Mitglieder 18 bestätigte Verletzungen des russischen Luftraums – ein Anstieg um 200 Prozent gegenüber 2024 –, wobei sich das Tempo bis 2026 fortsetzt. RAF-Typhoon-Jets wurden erst im April alarmiert, nachdem russische Drohnen in der Nähe von NATO-Territorium entlang der Schwarzmeergrenze entdeckt wurden.londonlovesbusiness+1
Russland lieferte im Rahmen der dreitägigen Übung auch Atomsprengköpfe an Standorte in Belarus, wie Al Jazeera berichtete, was die Ängste unter den osteuropäischen Verbündeten, die bereits auf stärkere Abschreckungsmaßnahmen des Bündnisses drängen, weiter verschärfte.aljazeera