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aa+1reutersoilpriceDie Ölpreise verzeichneten ihren stärksten wöchentlichen Rückgang seit Monaten und fielen um über 9 Prozent. Neue diplomatische Aktivitäten zwischen den USA und dem Iran weckten Hoffnungen auf eine Wiederöffnung der Straße von Hormus, während neue Angebotssteigerungen der OPEC+ und steigende US-Rohölbestände den Druck nach unten verstärkten.
Brent-Rohöl wurde am Freitag bei 81,81 US-Dollar pro Barrel gehandelt, was einem Rückgang von 9,21 Prozent gegenüber dem Schlusskurs der Vorwoche von 90,11 US-Dollar entspricht, während West Texas Intermediate laut der Agentur Anadolu von 84,67 US-Dollar um 9,4 Prozent auf 76,71 US-Dollar fiel.aa
Ausgelöst wurde der Ausverkauf durch wachsenden Optimismus über die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran bezüglich der Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird. US-Präsident Donald Trump erklärte Anfang der Woche, dass die Gespräche wieder aufgenommen worden seien und Fortschritte machten, während Katar berichtete, dass die Vermittler ihre Bemühungen zur Beilegung des Konflikts vorantrieben.reuters
Der Iran, Oman und die USA scheinen sich laut Al Jazeera einer Übergangsvereinbarung zu nähern, die die Meerenge wieder öffnen könnte. Nach einem von Axios gemeldeten Vorschlag würden Schiffe, die in den Golf einfahren, eine nördliche Fahrrinne durch iranische Gewässer nutzen, während auslaufende Schiffe eine südliche Fahrrinne in omanischen Gewässern befahren würden, wobei in einer ersten Phase von 60 Tagen keine Transitgebühren erhoben würden.aljazeera
Der stellvertretende iranische Außenminister Kazem Gharibabadi erklärte, eine Vereinbarung mit dem Oman über künftige Schifffahrtsregelungen stehe kurz vor dem Abschluss. Das iranische Außenministerium betonte jedoch gleichzeitig, dass es nicht direkt mit den USA verhandle, und das Parlament in Teheran prüfte Gesetzesentwürfe, die die Durchfahrt von Schiffen aus Ländern, die es als feindselig ansieht, einschränken könnten.aa+1
Flankierend zur Diplomatie genehmigte die OPEC+ für September eine Erhöhung um 188.000 Barrel pro Tag und schloss damit die schrittweise Rücknahme der 2023 eingeführten freiwilligen Produktionskürzungen ab. Saudi-Arabien, Russland, Irak, Kuwait, Kasachstan, Algerien und Oman einigten sich bei einem virtuellen Treffen am 2. August auf diese Anpassung. Dies ist der sechste monatliche Anstieg in Folge in diesem Jahr.oilprice+2
Die US-Rohölbestände stiegen zudem unerwartet um rund 2,5 Millionen Barrel an, was den Prognosen eines Rückgangs widersprach und auf eine lockerere Marktlage auf kurze Sicht hindeutete.aa
Trotz des breiten Ausverkaufs konnten die Ölpreise im weiteren Verlauf der Woche einen Teil ihrer Verluste wettmachen, da die anhaltende Unsicherheit über die Straße von Hormus einen noch stärkeren Einbruch verhinderte. Brent-Rohöl legte bis Donnerstagabend um über 4,5 Prozent zu, wenngleich die Preise weiterhin fast 20 US-Dollar pro Barrel unter ihrem Höchststand vom 23. Juli von über 100 US-Dollar liegen.oilprice
Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ihre Prognose für die weltweite Ölnachfrage im Jahr 2026 um rund 1,1 Millionen Barrel pro Tag nach unten korrigiert und verweist auf den Nachfragerückgang infolge monatelang hoher Preise und Störungen im Schiffsverkehr. Die US-Energiebehörde EIA rechnet mit einem anhaltenden Bestandsaufbau, wobei Brent im dritten Quartal im Schnitt bei 74 US-Dollar pro Barrel liegen dürfte.eia+1