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nytimesreuters+1bloomberg+1Brent-Öl stieg am Donnerstag erstmals seit Mai über 100 Dollar je Barrel, und Analysten warnen, dass diese Rallye gefährlicher ist als frühere Ausschläge im US-Iran-Konflikt, da das weltweite strategische Ölkissen weitgehend aufgebraucht ist.
Die Internationale Energieagentur erklärte am Montag, dass ihre Mitgliedsländer rund 290 Millionen der im März bereitgestellten Rekordmenge von 400 Millionen Barrel freigegeben haben, als die Agentur die größte koordinierte Freigabe von Reserven in ihrer Geschichte organisierte, um die Angebotsausfälle des Krieges auszugleichen. Unterdessen sanken die Rohölbestände in der strategischen US-Ölreserve in der am 10. Juli endenden Woche auf 316,5 Millionen Barrel, den niedrigsten Stand seit April 1983, wie von Reuters gemeldete Daten des Energieministeriums zeigen.npr+3
Die Reserve wurde seit der Genehmigung einer Notfreigabe von 172 Millionen Barrel durch die Trump-Administration im März mit einem Tempo von etwa 9 Millionen Barrel pro Woche entleert. Dieser Rückgang, der zweitgrößte in der SPR-Geschichte nach der Biden-Freigabe von 180 Millionen Barrel im Jahr 2022, wurde konzipiert, um die heimischen Kraftstoffkosten im Zaum zu halten, nachdem Irans Blockade der Straße von Hormus rund 20 Prozent des globalen Öl- und Gastransits gestört hatte.cbsnews+2
Goldman Sachs The Goldman Sachs Group, Inc. erklärte am Montag, Brent könnte im vierten Quartal über 120 Dollar je Barrel steigen, falls die Störungen der Schifffahrt durch die Straße von Hormus anhalten, obwohl das Basisszenario der Bank weiterhin davon ausgeht, dass sich die Spannungen entspannen und Rohöl zum Jahresende im Schnitt bei 80 Dollar liegt. RBC Capital Markets ging am Mittwoch noch weiter, wobei Rohstoffstratege Helima Croft warnte, dass die Preise in einem Szenario eines umfassenden Regionalkriegs 128 Dollar übersteigen und sich dem Allzeithoch von 2008 bei 146 Dollar nähern könnten.nytimes+4
The New York Times berichtete, dass Brent seit Ausbruch des Konflikts um fast 40 Prozent gestiegen war und dass Angriffe auf Tanker im Roten Meer, die der iranisch ausgerichteten Huthi-Miliz zugeschrieben werden, die Ängste vor lang anhaltenden Störungen verstärkt hatten. Die US-Benzinpreise lagen am Donnerstag im Durchschnitt bei 4,09 Dollar pro Gallone, was laut AAA einem Anstieg von 37 Prozent gegenüber dem Vorkriegsniveau entspricht.nytimes+1
Was das aktuelle Preisumfeld vom anfänglichen kriegsbedingten Preissprung im März unterscheidet, ist das Fehlen eines griffbereiten Puffers. Da fast drei Viertel der von der IEA zugesagten Notfall-Barrel bereits am Markt sind und sich die SPR den gesetzlichen Mindestgrenzen nähert, haben politische Entscheidungsträger weniger Instrumente zur Hand, um weitere Schocks abzufedern. Die SPR liegt weiterhin über ihrem gesetzlichen Minimum von 252,4 Millionen Barrel, aber beim aktuellen Freigabetempo könnte sich diese Marge innerhalb von Monaten verengen.youtube+2
Iran lehnte am Freitag einen US-Waffenstillstandsvorschlag ab, was die Aussichten auf eine kurzfristige Lösung zur Entlastung des Angebotsdrucks weiter verdunkelt.nytimes