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reuters+1channelnewsasia+1dw+1Nordkorea hat seine Verfassung überarbeitet, um alle Verweise auf eine Wiedervereinigung mit Südkorea zu entfernen. Damit wird die Doktrin von Machthaber Kim Jong Un, die beiden Koreas als feindliche, getrennte Staaten zu betrachten, formell kodifiziert, wie aus einem Entwurf des geänderten Textes hervorgeht, der von Reuters geprüft wurde.internazionale+1
Die Überarbeitung, die vermutlich während einer Sitzung der Obersten Volksversammlung im März verabschiedet wurde, markiert das erste Mal, dass Nordkorea eine Gebietsklausel in seine Verfassung aufgenommen hat, sagte Lee Jung-chul, Professor an der Seoul National University, am Mittwoch bei einem Briefing des südkoreanischen Vereinigungsministeriums.channelnewsasia+1
Der neue Artikel 2 besagt, dass das Territorium Nordkoreas Land umfasst, das "im Norden an die Volksrepublik China und die Russische Föderation sowie im Süden an die Republik Korea grenzt", zusammen mit Hoheitsgewässern und Luftraum, und erklärt, dass Pjöngjang "niemals eine Verletzung" seines Territoriums dulden werde. Bemerkenswerterweise spezifiziert die Klausel nicht den genauen Verlauf der Grenze zu Südkorea und erwähnt auch keine umstrittenen Seegrenzen wie die Northern Limit Line im Gelben Meer.timesofindia.indiatimes+2
Das Auslassen einer spezifischen innerkoreanischen Grenzlinie deutet darauf hin, dass Pjöngjang versuchen könnte, eine neue Reibungsquelle zu vermeiden, selbst während es die Doktrin der "zwei feindlichen Staaten" in seinem höchsten Gesetz verankert, so von Reuters zitierte Analysten.internazionale
Die geänderte Verfassung hebt auch die Position von Kim Jong Un an. Als Vorsitzender der Kommission für Staatsangelegenheiten ist er nun formell als Staatsoberhaupt Nordkoreas ausgewiesen und ersetzt damit die frühere Formulierung, die den Posten als den des obersten Führers des Landes beschrieb, der den Staat repräsentiert. Er wird zudem erstmals in der verfassungsrechtlichen Hierarchie über die Oberste Volksversammlung gestellt.yna+2
Das Kommando über Nordkoreas Nuklearstreitkräfte liegt nun explizit beim Vorsitzenden der Kommission für Staatsangelegenheiten, wodurch die Autorität über das Atomwaffenarsenal des Landes formell in Kims Händen liegt. Eine separate Verteidigungsklausel beschreibt Nordkorea als einen "verantwortungsbewussten Atomwaffenstaat", der sich verpflichtet hat, seine nuklearen Fähigkeiten voranzutreiben, um sein Überleben zu sichern und Kriege abzuschrecken.dw+2
Die Überarbeitung entzieht der Obersten Volksversammlung zudem die Befugnis, den Präsidenten der Kommission für Staatsangelegenheiten abzuberufen, was laut der Nachrichtenagentur Anadolu Kims Machtgriff weiter festigt.aa
Die Änderungen stellen einen scharfen Bruch mit der jahrzehntelangen Politik dar, die bis 1948 zurückreicht, als sich Pjöngjang formell zur Verfolgung der Einigung verpflichtete. Kim forderte im Januar 2024, dass die Verfassung Südkorea als "Hauptfeind und unveränderlichen Hauptgegner" des Nordens definieren solle, und ordnete die Entfernung aller Konzepte von "Wiedervereinigung", "Versöhnung" und "Landsleuten" aus dem nationalen Leben an. Auf dem Parteitag der Arbeiterpartei im Januar 2026 erklärte er, dass Nordkorea "absolut keine geschäftlichen Beziehungen mit der Republik Korea" habe und Südkorea "für immer aus der Kategorie der Landsleute ausschließen" werde.wikipedia+2