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timesofisraelyoutube+1sana+1Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu hat seinem Kabinett am Sonntag erklärt, dass er sich der Forderung von US-Präsident Donald Trump widersetzen wird, die israelischen Streitkräfte aus dem Südlibanon, dem Süden Syriens und dem Gazastreifen abzuziehen. Dies ebnet den Weg für ein angespanntes Treffen im Weißen Haus am Dienstag.
Netanyahu informierte seine Minister darüber, dass Washington von den israelischen Streitkräften „eine Reihe von Rückzügen“ an drei Fronten verlangt. Das berichtete Israels Sender Channel 13 unter Berufung auf ungenannte Sicherheitskreise. Der Premierminister sagte seinem Kabinett demnach, er beabsichtige, „auf eigenen Beinen zu stehen und Widerstand zu leisten“, und fügte unverblümt hinzu: „Ich werde ihnen Nein sagen“.timesofisrael
Die Konfrontation hat sich seit Wochen aufgebaut. Mitte Juli forderte Trump Netanyahu in einem Telefonat auf, mit dem Abzug der israelischen Truppen aus dem Süden Syriens und dem Libanon zu beginnen. Er warnte laut Axios, dass Israels Präsenz auf syrischem Territorium „Spannungen schürt“. „Sie wollen euch dort nicht haben. Ihr solltet euch verlagern“, soll Trump gesagt haben.youtube+1
Netanyahu reiste am Montag nach Washington zu einem offiziellen Besuch, zu dem er laut seinem Büro von Trump eingeladen wurde. Neben dem Treffen im Weißen Haus wird auch seine Teilnahme an der Beerdigung von Senator Lindsey Graham erwartet.axios+1
Während sich der diplomatische Streit verschärfte, führten israelische Streitkräfte am frühen Montagmorgen neue Vorstöße im Süden Syriens durch. Nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur SANA drangen Truppen vor Morgengrauen in das Dorf Taranjah in der nördlichen Provinz Quneitra ein, durchsuchten Häuser von Zivilisten und nahmen einen Einwohner fest. Die Agentur Anadolu bestätigte den Einsatz und berichtete, dass israelische Kräfte auch in der westlichen Provinz Daraa aktiv waren.sana+2
Die Einsätze folgen einem Muster eskalierender israelischer Militärakitivitäten in der Region seit dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024. Amnesty International hat Untersuchungen wegen Kriegsverbrechen bezüglich der Zerstörung ziviler Häuser durch Israel in Quneitra gefordert. Die Abrisse seien „ohne zwingende Notwendigkeit“ und unter Verletzung des humanitären Völkerrechts erfolgt.amnesty
Das Treffen am Dienstag im Weißen Haus findet in einem Moment wachsender Spannungen zwischen den beiden Verbündeten statt. Politico berichtete, Netanyahu besuche „ein Weißes Haus, das sich zunehmend uneinig“ mit seiner Regierung sei. Israels anhaltende militärische Präsenz in Gebieten jenseits der besetzten Golanhöhen verletzt laut SANA und internationalen Beobachtern das Truppenentflechtungsabkommen von 1974.politico+2
Ob Trump über verbalen Druck hinausgehen wird, bleibt unklar. Netanyahus öffentliche Trotzadresse, vorgetragen vor seinem eigenen Kabinett vor dem Abflug nach Washington, deutet darauf hin, dass er auf eine direkte Konfrontation mit dem US-Präsidenten vorbereitet ist, der bislang als engster Verbündeter Israels im Weißen Haus galt.