Newsletter Subscribe
Enter your email address below and subscribe to our newsletter
[forminator_form id="25163"]

kdhnews+1.dw+1.euromaidanpress.Bundeskanzler Friedrich Merz ist am Sonntag, dem 4. Oktober, zu einem unangekündigten Besuch nach Kiew gereist und hat neue Hilfen für die Ukraine in Höhe von über 1,3 Milliarden Euro (1,5 Milliarden Dollar) zugesagt. Während des Besuchs heulten die Luftschutzsirenen, und eine russische Drohne traf eine der Brücken der Hauptstadt. Merz war mit dem Zug angereist, einen Tag nachdem das russische Außenministerium ausländische Diplomaten und Staatsangehörige zur Ausreise aus Kiew aufgefordert hatte. Seine Botschaft lautete, dass Deutschland "sich nicht einschüchtern lassen wird".euromaidanpress+2
Etwa 1 Milliarde Euro des Pakets entfallen auf militärische Hilfe. Sie umfasst Langstreckenwaffen, Kampfdrohnen und Satellitentechnologie, "damit die Ukraine auch russische Abschussrampen ins Visier nehmen kann", sagte Merz auf einer Pressekonferenz. Weitere 350 Millionen Euro sind für Generatoren, Umspannwerke und Reparaturen am Stromnetz vor dem Winter vorgesehen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass beide Länder zudem 15 Abkommen im Wert von über 8,5 Milliarden Euro unterzeichnet hätten. Die meisten betreffen die Sicherheitszusammenarbeit, die Waffenproduktion und Beschaffungen, ein Abkommen weitet die gemeinsame Drohnenabwehr aus.kdhnews+1
Deutschland finanziert die gemeinsame Produktion von Drohnen, die speziell für den Abschuss russischer Jet-Angriffsdrohnen entwickelt wurden. Merz sprach von "bedeutenden technischen Durchbrüchen" in den letzten Wochen, die die Produktion beschleunigen würden. "Dies wird die ukrainische Luftverteidigung schnell und spürbar stärken", sagte er. Selenskyj berichtete, dass Russland in der vergangenen Woche 900 Jet-Drohnen eingesetzt habe, von denen die Ukraine nur etwa die Hälfte abfangen konnte.latimes
Laut Reuters umfasst das umfassendere Abkommen auch die gemeinsame Entwicklung und Produktion von Waffen mit einer Reichweite von über 1.000 Kilometern, die die Ukraine für Angriffe tief im russischen Hinterland nutzen könnte. Merz reiste in Begleitung von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sowie Führungskräften von Siemens Energy, Hensoldt, Diehl Defence und Quantum Systems.reuters
Merz und Selenskyj besuchten das Gebäude der Nationalen Akademie der Wissenschaften, wo bei einem russischen Drohnenangriff am 28. September zwei Menschen getötet wurden. Dort wandte sich Merz direkt an den russischen Präsidenten: "Herr Putin, beenden Sie diesen sinnlosen Krieg. Wir sind bereit für Gespräche, wir sind bereit, über ein Ende dieses Krieges zu diskutieren, aber diese barbarischen Angriffe auf die Zivilbevölkerung der Ukraine müssen aufhören".dw+1
Am selben Morgen traf eine Drohne die Kiewer Nordbrücke über den Dnipro. Bürgermeister Vitali Klitschko teilte mit, dass zwei Personen verletzt wurden. Seit Donnerstag haben russische Angriffe drei der sechs Straßenbrücken der Stadt ganz oder teilweise gesperrt. Selenskyj sagte, die USA hätten technische Gespräche mit Russland und der Ukraine bis Ende Oktober vorgeschlagen, möglicherweise in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Ukraine habe ihre Teilnahme zugesagt und warte auf eine Antwort aus Moskau.latimes
Deutschland ist der größte Geldgeber der Ukraine und hat seit Kriegsbeginn über 43,3 Milliarden Euro bereitgestellt. Merz' eigene Position in der Heimat ist geschwächt. Eine INSA-Umfrage sieht die AfD bei 30 Prozent, während sein CDU/CSU-Bündnis auf ein Rekordtief von 18 Prozent gefallen ist. AfD-Co-Chefin Alice Weidel kritisierte die Reise und sagte, das Geld werde für die Renten- und Krankenversicherungskassen in Deutschland benötigt. Merz kündigte an, dass Deutschland im Winter ein Treffen der "Koalition der Willigen" in Berlin ausrichten werde, gemeinsam mit Frankreich und Großbritannien.euronews+2