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unn+1freshfields+1athens-times+1Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, nutzte ihre Pressekonferenz am Donnerstag, um die geopolitische Dringlichkeit des digitalen Euro zu unterstreichen. Sie warnte davor, dass jede Region, die ihre eigene Zahlungsinfrastruktur nicht kontrolliert, "potenziell verwundbar" sei.unn+1
"Während wir uns in eine Welt des digitalen Zahlungsverkehrs bewegen, einschließlich der Zahlungen durch den Privatsektor, halten wir es für wichtig, dass auch Zentralbankgeld eine digitale Form erhält", sagte Lagarde laut Reuters. Sie beschrieb das Projekt als eine Frage der Souveränität und betonte, dass die EU die Kontrolle sowohl über ihre Währung als auch über die Schienen, auf denen digitale Zahlungen abgewickelt werden, behalten müsse.unn
Lagardes Äußerungen knüpfen an ein Thema an, das sie das gesamte Jahr 2026 über verfolgt hat. In einer Rede auf dem Lateinamerika-Forum der spanischen Zentralbank im Mai warnte sie vor einer "digitalen Dollarisierung und einem Verlust an monetärer Souveränität", falls Europa nicht handele. Im Juni erklärte sie auf einer Konferenz in Frankfurt, dass Europa "über kein eigenes europäisches Kartensystem verfügt" und stark von Visa und Mastercard abhängig sei. Sie bezeichnete den digitalen Euro als eine Chance, diese Abhängigkeit zu beenden.plataformamedia+1
Die EZB erreichte im Juni einen wichtigen legislativen Meilenstein, als das Europäische Parlament die Schaffung des digitalen Euro unterstützte und ihn laut Reuters als "wesentlich zur Stärkung der monetären Souveränität der EU" bezeichnete. Im Juli begannen die Trilog-Verhandlungen zwischen dem Europäischen Parlament, den EU-Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission, um die Regulierung zu finalisieren.freshfields+2
Die Verhandlungsführer streben die Verabschiedung des endgültigen Gesetzes bis Ende 2026 an. Die EZB hat erklärt, dass bei einer Verabschiedung der Regulierung in diesem Jahr ein Pilotprogramm mit ersten Transaktionen bis Mitte 2027 beginnen könnte, wobei die volle Ausgabebereitschaft für 2029 erwartet wird.ua+4
Der digitale Euro wäre kostenlos nutzbar, würde auf Konten bei Banken oder öffentlichen Vermittlern gespeichert und könnte online, offline oder in Geschäften verwendet werden. Die Europäische Kommission würde auf Empfehlung der EZB eine Obergrenze für die Anzahl der digitalen Euro festlegen, die ein Nutzer halten darf, wobei Unternehmen untersagt wäre, digitale Euro länger als 24 Stunden zu halten.ecb.europa+1
Lagarde hat wiederholt betont, dass der digitale Euro Bargeld ergänzen und nicht ersetzen soll. "Bargeld ist die Königin", sagte sie im Februar vor europäischen Abgeordneten. Ihre Botschaft am Donnerstag machte jedoch deutlich, dass es für die EZB beim digitalen Euro ebenso sehr um Europas Platz in der globalen Finanzordnung geht wie um den Zahlungsverkehr selbst.youtube