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bloomberg+1rte+1rteDie Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, ließ am Freitag die Tür für einen vorzeitigen Abschied vor Ablauf ihrer achtjährigen Amtszeit im Oktober 2027 offen. Dies befeuert eine Nachfolgedebatte, die bereits die größten Volkswirtschaften Europas in ihren Bann gezogen hat.
"Ich gehe 2027", sagte Lagarde gegenüber der Sendung Today with David McCullough von RTÉ während eines Besuchs in Dublin. Auf die Nachfrage, ob das Oktober 2027 bedeute, antwortete sie: "Wir werden sehen."bloomberg+1
"Was ich Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt sagen kann, ist, dass es, egal zu welchem Zeitpunkt, auf die professionellste Art und Weise gehandhabt wird, wie es sein sollte", fügte sie hinzu.rte
Lagardes Äußerungen spiegeln Kommentare wider, die sie am 12. September in einem Interview mit der französischen Zeitung Ouest-France gemacht hatte: "Ich werde 2027 gehen. Mehr werde ich dazu nicht sagen." Gerüchte über einen vorzeitigen Rücktritt halten sich seit Monaten, und ihre Weigerung, sich für die volle Amtszeit zu verpflichten, hat die Spekulationen nur noch verstärkt.english.aawsat+2
Lagarde, die ihr Amt im November 2019 antrat, schloss zudem eine Rückkehr in die französische nationale Politik aus. "Nein. Ich werde bald 71, wissen Sie. Man muss wissen, wann es Zeit ist aufzuhören", sagte sie gegenüber Ouest-France.cnbctv18
Die Frage nach Lagardes Nachfolge hat bereits einen Wettbewerb zwischen Paris und Berlin ausgelöst. Quellen berichteten Reuters diese Woche, dass Frankreich den niederländischen Zentralbankchef Klaas Knot als Lagardes Nachfolger unterstützen würde, als Teil eines Deals, bei dem ein französischer Kandidat als EZB-Chefökonom ausgewählt werden soll. Deutschland unterstützt laut Politico derweil Pablo Hernández de Cos, den spanischen Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, für den Vorsitz, in der Hoffnung, den Posten des Chefökonomen für einen deutschen Kandidaten zu sichern.globalbankingandfinance+2
Die Position des Chefökonomen wird im Mai 2027 frei, wenn die Amtszeit des derzeitigen Amtsinhabers Philip Lane, des ehemaligen irischen Zentralbankgouverneurs, ausläuft. Ehemalige EZB-Chefökonomen haben vor solchem politischen Kuhhandel gewarnt. Otmar Issing, der erste Amtsinhaber, bezeichnete die Einmischung von Paris und Berlin als "nicht akzeptabel" und erklärte gegenüber Politico, dass die Verteilung der Aufgaben im Direktorium intern entschieden werde.politico+1
Da zwei der mächtigsten Positionen der EZB innerhalb weniger Monate frei werden, steht bei der Steuerung der Eurozone viel auf dem Spiel. Lagardes Unklarheit über ihr Abgangsdatum sorgt für zusätzliche Unsicherheit in einer Zeit, in der die EZB mit anhaltender Inflation kämpft und die Zinsen weiter erhöht hat.english.aawsat+1