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newsukraine.rbc+1abcnews+1bloomberg+1Der russische Präsident Wladimir Putin räumte am Sonntag ein, dass das Land mit einem "gewissen Defizit" an Treibstoff konfrontiert sei. Dies markiert das erste offizielle Eingeständnis des Kremls, dass anhaltende ukrainische Drohnenangriffe auf Ölraffinerien eine inländische Energiekrise ausgelöst haben, die wahrscheinlich den ganzen Sommer über anhalten wird.
Putins Äußerungen, die am 28. Juni in einem Interview im Staatsfernsehen fielen, erfolgten nach wochenlangen offiziellen Bemühungen, den durch die ukrainische Langstreckendrohnenkampagne gegen die russische Energieinfrastruktur verursachten Schaden herunterzuspielen. Der Präsident sagte, Russland werde auf Treibstoffreserven zurückgreifen – die seiner Aussage nach im Vergleich zum Vorjahr nur um 4 % gesunken seien – und Reparaturen an stillgelegten Anlagen beschleunigen.cnbc+2
Der Wandel war abrupt. Wie die Associated Press AP berichtete, sagte Putin, Russland werde mehr Treibstoff importieren, um das zu beenden, was er als "vorübergehendes Defizit" bezeichnete. Bis Ende Juni war in mehr als der Hälfte der russischen Regionen eine Treibstoffrationierung eingeführt worden, wobei sich an Tankstellen stundenlange Warteschlangen bildeten und in vielen Gebieten strenge Kaufbeschränkungen auferlegt wurden. Die russische Regierung richtete ein rund um die Uhr besetztes Lagezentrum ein, um die Treibstoffversorgung zu überwachen.apnews+3
Um den Engpass zu lindern, nahm Russland Verhandlungen mit Kasachstan über den Import von etwa 50.000 Tonnen AI-92-Benzin auf. Es wird erwartet, dass die kasachischen Raffinerien Pavlodar und Kondensat im Juli und August Treibstoff liefern werden, so Reuters unter Berufung auf vier Branchenquellen. Kasachstan hat Bedingungen für das Geschäft gestellt, darunter einen Austausch gegen russischen Flugkraftstoff.arabnews+2
Unabhängig davon bereitet sich Moskau darauf vor, Benzin auf dem Seeweg aus Indien zu importieren, seinem größten Rohölkäufer seit Kriegsbeginn. Der Haushaltsausschuss der russischen Staatsduma hat einen Plan zur Subventionierung von Ölunternehmen unterstützt, die Treibstoff aus dem Ausland importieren, wobei die Subvention auf der Grundlage indischer Benzinpreise und Versandkosten aus indischen Häfen berechnet wird.newsukraine.rbc+1
Das Paradoxon der russischen Treibstoffkrise besteht darin, dass das Land gleichzeitig Rekordmengen an Rohöl ins Ausland verschifft. Laut Bloomberg stieg der Vier-Wochen-Durchschnitt der russischen Rohölexporte auf dem Seeweg bis zum 28. Juni auf 4,13 Millionen Barrel pro Tag – der höchste Stand seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022. Reuters berichtete, dass die Lieferungen allein aus den Häfen der Ostsee und des Schwarzen Meeres im Juni voraussichtlich 2,7 bis 2,8 Millionen Barrel pro Tag erreichen würden.bloomberg+3
Der Anstieg ist eine direkte Folge der reduzierten Raffineriekapazität: Rohöl, das im Inland nicht mehr verarbeitet werden kann, wird stattdessen ins Ausland verschifft. Doch die fallenden globalen Ölpreise bedeuten, dass Russlands Exporteinnahmen auf 1,9 Milliarden Dollar pro Woche gesunken sind, der niedrigste Stand seit März. Indiens Importe von russischem Rohöl erreichten im Juni einen Rekordwert von 2,70 Millionen Barrel pro Tag, was mehr als die Hälfte der gesamten Ölimporte Indiens ausmacht.meduza+2