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reutersapnews+1reutersUS-Finanzminister Scott Bessent warnte am Montag zum Auftakt des Treffens der G20-Finanzminister in Asheville, North Carolina, dass Irans Wirtschaft unter dem wachsenden US-Sanktionsdruck „innerhalb von Wochen oder Monaten“ zusammenbrechen könnte. Er versuchte dabei, die größten Volkswirtschaften der Welt hinter Washingtons Kampagne zur Isolierung Teherans zu versammeln.aljazeera+1
Der iranische Zentralbankchef konterte am Dienstag. Abdolnaser Hemmati erklärte, das Land verfüge über ausreichende Devisenreserven und die Zentralbank sei bereit, bis zu zwei Milliarden Dollar in den Devisenmarkt zu injizieren, um die jüngsten Schwankungen einzudämmen. „Ich sage dem Präsidenten der Vereinigten Staaten: Iran hat Devisen, und zwar genug“, wurde Hemmati von der halboffiziellen iranischen Nachrichtenagentur Tasnim zitiert.reuters+1
Bessent sagte vor Journalisten, der Iran schlage „militärisch um sich, weil er wirtschaftlich verliert“. Ziel der Sanktionen sei es, „die Bedingungen dafür zu schaffen, dass sie an den Verhandlungstisch zurückkehren wollen“. Gegenüber Reuters Thomson Reuters Corporation erklärte er am Sonntag, dass die USA voraussichtlich wöchentlich neue Sanktionen ankündigen werden.investing+1
Als nächsten Schritt deutete Bessent an, ein Finanzinstitut vollständig vom dollarbasierten Finanzsystem abzuschneiden. Diese Warnung folgte auf Strafmaßnahmen, die am Freitag gegen die Filialen der ägyptischen Banque Misr in den Vereinigten Arabischen Emiraten wegen mutmaßlicher Finanzbeziehungen zum Iran verhängt worden waren. „Wir fangen bei den Banken an und sagen ihnen, dass es nicht in Ordnung ist, iranisches Geld zu halten und das Regime zu unterstützen“, sagte er.aljazeera
Die Druckkampagne läuft unter dem Namen „Operation Economic Outcast“, die am 23. August vom Finanzministerium gestartet wurde. Dabei wurden Sanktionen gegen fünf Sektoren der iranischen Wirtschaft verhängt: Luftfahrt, digitale Vermögenswerte, Gold, Technologie und Schifffahrt. Zudem wurden fast 60 Organisationen, Personen und Schiffe auf Sanktionslisten gesetzt.treasury+1
Bessent dankte der Europäischen Union und der Europäischen Zentralbank für die, wie er es nannte, „uneingeschränkte Unterstützung“ der Sanktionsbemühungen. Die Europäische Kommission erklärte in einer Stellungnahme, sie „begrüßt die Bemühungen, sicherzustellen, dass der Iran seine destabilisierenden Aktivitäten einstellt und sich in gutem Glauben an Friedensverhandlungen beteiligt“. Bessent sagte zudem gegenüber CNBC Comcast Corporation , dass die USA und China in der Iran-Politik mehr Gemeinsamkeiten als Meinungsverschiedenheiten hätten.investing+1
Trotz Bessents Zuversicht wehrte sich Hemmati gegen das, was er als „psychologische Kriegsführung“ bezeichnete. Der iranische Rial war im August auf ein Rekordtief von über zwei Millionen pro Dollar gestürzt, und die Jahresinflation erreichte im Juli 66 Prozent. „Die wirtschaftlichen Bedingungen und die Sicherung des Lebensunterhalts sind schwierig geworden, aber ein Zusammenbruch ist nie eingetreten und wird auch nie eintreten“, so Hemmati.reuters
Das G20-Treffen war zudem die erste internationale geldpolitische Sitzung für den Vorsitzenden der Federal Reserve, Kevin Warsh, seit seinem Amtsantritt im Mai. Warsh signalisierte, dass Preisstabilität weiterhin die Priorität der Fed sei, und wies darauf hin, dass die Inflation nach wie vor zu hoch sei. Dies sei unter anderem auf die Energiepreise zurückzuführen, die im Juli im Jahresvergleich um 14,7 Prozent gestiegen waren. An der Wall Street tendierten der Nasdaq Composite, the S&P 500 und der Dow Jones Industrial Average am Montag schwächer, da die Spannungen die Stimmung der Anleger belasteten.aljazeera