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euronewsbalkangreenenergynews+1bloomberg+1Eine anhaltende sommerliche Hitzewelle belastet die Stromnetze in Süd- und Mitteleuropa schwer. Sie zwingt zur Abschaltung von Atomkraftwerken, leert die Wasserkraftreserven und treibt die Strompreise in Italien, Ungarn und Frankreich gleichzeitig steil nach oben.
Frankreich verzeichnete am 12. August einen Einbruch der atomaren Erzeugungskapazität um mehr als 20 Prozent. Laut Euronews war dieser Rekordausfall auf Dürre, extreme Hitze und eine Quallenplage zurückzuführen, die die Kühlpumpen im nordfranzösischen Kraftwerk Gravelines verstopfte. Insgesamt waren 13 der 57 EDF-Reaktoren betroffen: acht komplett abgeschaltet und fünf mit reduzierter Leistung. Reuters berichtete am 11. August, dass die französische Atomstromleistung in der Mittagsspitze voraussichtlich um 7,3 Gigawatt eingeschränkt sein würde, was etwa 12 Prozent der gesamten Flotte entspricht.reuters+1
Ungarn schaltete am 3. August sein einziges AKW Paks ab, nachdem der Wasserstand der Donau auf ein Rekordtief gefallen war und dem Werk das Kühlwasser fehlte. Das Kraftwerk deckt fast die Hälfte des ungarischen Strombedarfs. Bis zum 10. August ermöglichten steigende Pegelstände das Wiederanfahren einer Turbine, wodurch die Leistung auf 339 MW stieg: weit unter der normalen Kapazität von 2.000 MW. Premierminister Péter Magyar erklärte, es könne mehr als einen Monat dauern, bis Paks wieder unter Volllast läuft.balkangreenenergynews+1
Italiens Stromgroßhandelspreise kletterten auf den höchsten Stand seit dem Winter 2022, da heißes, trockenes Wetter eine stärkere Nutzung der teuren Gaserzeugung erzwang, wie Bloomberg am 4. August berichtete. Laut Ember-Daten erreichte der durchschnittliche Day-Ahead-Preis in Italien im Juli 156,77 €/MWh, was einem Anstieg von 18,5 Prozent gegenüber dem Vormonat entspricht. In Frankreich sprang der Preis um 45,8 Prozent auf 96,61 €/MWh. In Südosteuropa überschritten die Spotpreise in der ersten Augustwoche kurzzeitig 700 €/MWh.linkedin+2
Reuters berichtete am 11. August, dass eine fünfte sommerliche Hitzewelle die europäischen Spot-Strompreise in einer einzigen Handelssitzung um mehr als 20 Prozent ansteigen ließ, wobei weitere Einschränkungen erwartet werden. Italien rief für alle Großstädte die höchste Hitzewarnstufe aus, da die Temperaturen 40 °C überschritten.france24+1
Die Krise legt die Anfälligkeit der europäischen Strominfrastruktur für zeitgleiche hitzebedingte Störungen offen. Während die südlichen Märkte vor Versorgungsengpässen stehen, sind die nordischen Strompreise gesunken, da Prognosen über feuchteres Wetter die Wasserkraftreserven auffüllen. Auch die deutschen Spotpreise gaben aufgrund einer höheren Windstromerzeugung nach, was deutliche regionale Unterschiede auf dem Kontinent unterstreicht.marketscale+1
Reuters berichtete, dass Ungarn mit dem Wiederhochfahren der Kapazitäten in Paks begonnen habe, sobald sich die Donaupegel erholten. Analysten warnen jedoch, dass weitere Hitzewellen erneute Abschaltungen auslösen könnten. "Es wird erwartet, dass die Hitzewelle in Frankreich von Mittwoch bis Freitag ihren Höhepunkt erreicht, daher rechne ich mit erheblichen Abschaltungen", sagte Kpler-Analyst Alessandro Armenia gegenüber Reuters.reuters+1