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infosecurity-magazine+1infosecurity-magazine+1whitehouseDie G7-Arbeitsgruppe für Cybersicherheit und die US-Behörde für Cybersicherheit und Infrastruktursicherheit (CISA) haben am 3. September eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Darin fordern sie Regierungen und Organisationen weltweit auf, mit dem Übergang zur Post-Quanten-Kryptographie zu beginnen, und warnen, dass die Bedrohung der derzeitigen Verschlüsselung durch Quantencomputer kein Zukunftsszenario mehr ist.
Das Dokument mit dem Titel „Preparing for the Post-Quantum Era: A Call to Action“ wurde von den nationalen Cybersicherheitsbehörden aller G7-Mitgliedstaaten unterzeichnet: Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten, mit Unterstützung der Europäischen Kommission und der Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit (ENISA).infosecurity-magazine+1
Die Erklärung fordert Organisationen des öffentlichen und privaten Sektors auf, die Quantenbedrohung neu zu bewerten: weg von einem „Problem der fernen Zukunft“ hin zu einer „nahen Bedrohung, die Maßnahmen in allen Sektoren erfordert, nicht nur in kritischen Infrastrukturen“. Sie skizziert fünf Prioritäten: die Sensibilisierung für Quantenrisiken, die Entwicklung nationaler Übergangsstrategien, die Förderung von Forschung und Entwicklung, den Aufbau öffentlich-privater Partnerschaften und die Integration der Post-Quanten-Kryptographie in Cybersicherheitsanforderungen.cisa+1
Die Empfehlung rät Organisationen zu einem schrittweisen, risikobasierten Ansatz. Dieser beginnt mit der Identifizierung von Systemen, die die sensibelsten Daten enthalten, und der Erfassung kryptographischer Abhängigkeiten in den Lieferketten. Ein frühzeitiger Beginn des Übergangs könne die gesamten Migrationskosten senken.cyber+1
Die G7-Leitlinien decken sich mit Warnungen von Vertretern des US-Gesundheitssektors vor der Unmittelbarkeit der Bedrohung. Auf einem kürzlich stattgefundenen Health IT Summit erklärte Bob Bastani, Senior Cybersecurity Advisor bei der ASPR, dass die Behörde die Veröffentlichung eigenen Migrationsleitlinien für Post-Quanten-Kryptographie für Krankenhäuser und Organisationen des öffentlichen Gesundheitswesens vorbereitet.govciomedia
Nelson Carreira, Branchenstratege für das Gesundheitswesen bei CDW, warnte davor, dass Bedrohungsakteure bereits verschlüsselte Daten sammeln, um sie zu entschlüsseln, sobald Quantencomputer die derzeitige Verschlüsselung knacken können: eine Taktik, die als „Jetzt sammeln, später entschlüsseln“ (Harvest Now, Decrypt Later) bekannt ist. „Die PQC-Migration ist etwas, das Sie noch heute in Angriff nehmen sollten, da dies eine massive Bedrohung sein wird“, so Carreira.govciomedia
Der G7-Appell ist Teil einer sich beschleunigenden, regierungsweiten Initiative. Das US-Präsidialamt für Verwaltung und Haushalt (OMB) hat im Juni ein Memorandum herausgegeben, in dem die Bundesbehörden angewiesen werden, Migrationspläne für die Post-Quanten-Ära vorzulegen und „bis zum 31. Dezember 2030 so viele Quantenrisiken wie möglich zu minimieren“. Ein separater Fahrplan der G7-Cyberexpertengruppe, der im Januar veröffentlicht wurde, empfiehlt dem Finanzsektor, die Migration kritischer Systeme bis 2030–2032 und aller verbleibenden Systeme bis 2035 abzuschließen.bancaditalia+2
Frankreichs nationale Cybersicherheitsbehörde ANSSI, die die Arbeitsgruppe im Rahmen der französischen G7-Präsidentschaft 2026 leitet, war federführend bei der jüngsten Erklärung. Ein Bundesgipfel zur Post-Quanten-Kryptographie ist für den 16. September in Washington geplant, um die Behörden bei der Beschleunigung ihrer Übergangsbemühungen zu unterstützen.cyber.sites.beta+2