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entsoe+1tradersuniontradersunionEuropäische Netzbetreiber bereiten sich darauf vor, kommende Woche eine doppelte Herausforderung zu bewältigen: Die totale Sonnenfinsternis am 12. August, die erste auf dem europäischen Festland seit 1999, fällt mit hitzewellebedingten Abschaltungen von Thermik- und Kernkraftwerken auf dem gesamten Kontinent zusammen.
ENTSO-E, der Verband der 40 europäischen Übertragungsnetzbetreiber aus 36 Ländern, warnte, dass die Photovoltaik-Leistung bei klarem Himmel während des Finsternisfensters am Mittwoch zwischen 19:15 Uhr und 21:30 Uhr MESZ europaweit um bis zu 9,7 Gigawatt sinken könnte. In Spanien und Deutschland werden die größten Einbußen bei der Solarstromerzeugung erwartet.rte+1
Die Netzbetreiber haben eine spezielle Taskforce aktiviert, um die Vorbereitungen zu koordinieren, die Entwicklungen zu überwachen und den Informationsaustausch vor und nach dem Ereignis zu erleichtern. Zu den vorsorglichen Maßnahmen gehören die Einweisung des Leitstandpersonals, die Warnung von Marktteilnehmern vor dem erwarteten Einbruch sowie das Vermeiden geplanter Netzausfälle während der Sonnenfinsternis, um maximale operative Flexibilität zu gewährleisten.entsoe+1
Der spanische Netzbetreiber Red Eléctrica hat gewarnt, dass die Sonnenfinsternis die Solarleistung allein in Spanien um bis zu 5 Gigawatt reduzieren könnte, was etwa 13 Prozent der maximalen Erzeugungskapazität an einem Mittwoch entspricht. Da Solarstrom mittlerweile rund 13 Prozent des gesamten europäischen Strommixes ausmacht, erklärte ENTSO-E, dass seine Mitglieder „zunehmend wetterbedingte und natürliche Phänomene bewältigen müssen, die das Erzeugungsmuster über kurze Zeiträume beeinflussen können“.tradersunion+1
Die Sonnenfinsternis trifft auf eine ohnehin angespannte Versorgungslage infolge extremer Hitze. In Polen haben zwei große Kohlekraftwerke wegen niedriger Wasserstände der Weichsel ihre Leistung gedrosselt oder Blöcke komplett abgeschaltet, was die Kapazität um etwa 1,3 Gigawatt verringert. In Frankreich wurden drei Kernreaktoren vom Netz genommen, da nicht genügend Flusswasser zur Kühlung zur Verfügung steht.tradersunion
Auch die Wasserkraftreserven sind angespannt. Die norwegischen Stauseen, eine wichtige Quelle für Stromexporte, befinden sich Berichten zufolge auf dem niedrigsten Stand seit drei Jahrzehnten. EDF-Chef Bernard Fontana deutete an, dass die Reaktorabschaltungen den Jahresgewinn des Energiekonzerns belasten werden, und kündigte an, ein 8,7 Milliarden Euro schweres Programm zur Anpassung von Kern- und Wasserkraftwerken an höhere Temperaturen zu beschleunigen.tradersunion
Obwohl die Europäische Kommission erklärte, dass keine unmittelbaren Bedenken hinsichtlich der Versorgungssicherheit bestehen, beschrieb ein Sprecher die Lage als „angespannt“ und betonte, dass die Behörden die Wettervorhersagen genau beobachten. Das Zusammentreffen eines vorhersagbaren astronomischen Ereignisses mit klimabedingten Belastungen der Infrastruktur unterstreicht laut ENTSO-E die wachsende Komplexität bei der Steuerung eines Stromnetzes, das zunehmend von wetterabhängigen Energiequellen geprägt ist.entsoe+1