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globalbankingandfinancebalkanwebladbibleEuropas Stromsystem steht am Mittwochabend vor einer doppelten Herausforderung. Eine Sonnenfinsternis zieht über den Kontinent und legt vorübergehend bis zu 9,7 Gigawatt an Solarstromerzeugung lahm, während eine anhaltende Hitzewelle die Netzkapazitäten bereits an ihre Grenzen bringt.
Die Finsternis, die zwischen etwa 17:15 und 19:30 Uhr GMT erwartet wird, führt dazu, dass der Mond in weiten Teilen Großbritanniens, Frankreichs und Norditaliens mehr als 90 % der Sonne verdeckt, mit einer totalen Finsternis im Norden Spaniens und Nordosten Portugals. Der daraus resultierende Rückgang der Solarstromerzeugung fällt genau in die Spitze des abendlichen Verbrauchs, wenn Haushalte nach der Arbeit typischerweise ihre Elektrogeräte einschalten.globalbankingandfinance+1
Netzbetreiber in ganz Europa haben sich über ein Jahr lang auf das Ereignis vorbereitet und die Auswirkungen von Schatten und Licht auf die Stromerzeugung modelliert. Zu den Maßnahmen gehören das vorübergehende Hochfahren von Gas- und Kohlekraftwerken sowie die Anpassung automatischer Frequenzwiederherstellungsreserven, um eine stabile Netzfrequenz aufrechtzuerhalten.globalbankingandfinance
Spanien und Portugal sind am stärksten betroffen. Der spanische Netzbetreiber Red Eléctrica schätzt den Verlust auf bis zu 5 GW an Solarleistung: das entspricht etwa 13 % des Spitzenenergiebedarfs an einem typischen Augusttag. Frankreich rechnet mit einem Verlust von bis zu 1,8 GW seiner gesamten Solarkapazität von 30 GW, während der britische National Energy System Operator vor einem Kapazitätsengpass von knapp 1,8 GW gewarnt hat und im ungünstigsten Fall von einem Einbruch der Solarstromerzeugung um bis zu 1,3 GW ausgeht.balkanweb+3
Die Finsternis trifft auf einen Sommer, der Atom- und Kohlekraftwerke in ganz Europa bereits zu Leistungskürzungen gezwungen hat. In Polen drosselten zwei große Kohlekraftwerke wegen des niedrigen Wasserstands der Weichsel ihre Produktion und verloren rund 1,3 GW an Kapazität. In Frankreich wurden drei Reaktoren wegen niedriger Wasserstände heruntergefahren, während Rumänien den Flusslauf der Donau umleitete, um den Betrieb des Atomkraftwerks Cernavoda aufrechtzuerhalten. Norwegens Wasserkraftspeicher sind auf den niedrigsten Stand seit rund 30 Jahren gefallen.balkanweb
"Europas Stromversorgung ist durch die Hitzewelle bereits angespannt", erklärten Analysten von RBC Capital Markets.joe
Octopus Energy, Großbritanniens größter Haushaltsstromanbieter, bietet seinen Kunden am Sonntag eine Gratisstunde Strom an, wenn sie ihren Verbrauch am Mittwoch zwischen 18:00 und 20:00 Uhr reduzieren. Das Unternehmen forderte die Haushalte auf, Waschmaschinen, Geschirrspüler und andere Geräte erst nach dem Ende der Finsternis laufen zu lassen.ladbible
"Wenn die Sonne verschwindet, bricht auch ein Teil der britischen Solarstromerzeugung ein: genau dann, wenn die Nachfrage ihren Höhepunkt erreicht", sagte Rebecca Dibb-Simkin, Chief Customer Officer von Octopus Energy. "Indem Haushalte alltägliche Aufgaben wie Waschen oder Spülen nach hinten verschieben, können sie dazu beitragen, den Bedarf an Gaskraftwerken zu senken".joe+1
Solarenergie deckte im Juli rekordverdächtige 14,4 % des britischen Strombedarfs, was den vorübergehenden Verlust von Sonnenlicht in den Spitzenstunden besonders spürbar macht. Die Europäische Kommission erklärte, dass derzeit keine unmittelbaren Bedenken hinsichtlich der Versorgungssicherheit bestehen, räumte jedoch ein, dass das System unter Druck steht.balkanweb+1