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theclimatebrink+1usatoday+1reuters+1Ein sich rasch intensivierender El Niño, der laut Prognosen der stärkste seit Beginn moderner Aufzeichnungen werden könnte, verändert die Erwartungen an die globalen Temperaturen grundlegend. Der Klimawissenschaftler Zeke Hausfather schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass 2026 einen neuen Jahreswärmerekord aufstellt, auf 35 % und die Wahrscheinlichkeit, dass 2027 das wärmste Jahr der Menschheitsgeschichte wird, auf 92 %.threads+2
Die US-Ozean- und Wetterbehörde NOAA rief im Juni El-Niño-Bedingungen aus und erklärte in ihrem Juli-Update, dass mit einer Wahrscheinlichkeit von 81 % die Intensität bis zum Herbst als „sehr stark“ eingestuft wird: eine Klassifizierung, die in den vergangenen 75 Jahren nur sieben El-Niño-Ereignisse erreichten. Hausfathers Analyse von 667 Ensemble-Mitgliedern aus 14 saisonalen Vorhersagemodellen ergab, dass der Median der Modellprognosen für die maximale Erwärmung in der Region Niño 3.4 des tropischen Pazifiks bei 3,6 °C über dem Normalwert liegt. Das sind etwa 0,8 °C mehr als beim vorherigen Rekord während des Ereignisses von 2015/16. Rund 91 % dieser Modellläufe übertreffen an ihrem projizierten Höhepunkt den bisherigen Rekord.theclimatebrink+2
„Der diesjährige El Niño wird sehr wahrscheinlich nicht nur das stärkste Ereignis seit Beginn verlässlicher Aufzeichnungen sein, er könnte am Ende mit einem wahrhaft atemberaubenden Abstand der stärkste werden“, schrieb Hausfather in seiner Analyse vom 12. Juli. Wired berichtete unter Berufung auf Forschungen des Dartmouth College, dass die kumulativen globalen Wirtschaftsverluste durch das Ereignis bis 2032 rund 10 Billionen US-Dollar erreichen könnten, wenn die aktuellen Prognosen eintreffen.wired+1
Ein früherer Klimabericht von Carbon Brief ergab, dass die ersten drei Monate des Jahres 2026 die viertwärmsten seit Aufzeichnungsbeginn waren und nur hinter 2024, 2025 und 2016 lagen. Zu diesem Zeitpunkt schätzte das Portal die Wahrscheinlichkeit, dass 2026 den Jahresrekord bricht, auf 19 %. Die rasche Verstärkung von El Niño hat diese Chancen seitdem nahezu verdoppelt. Die Weltorganisation für Meteorologie warnte im Mai, dass mit einer Wahrscheinlichkeit von 86 % mindestens ein Jahr zwischen 2026 und 2030 das Jahr 2024 als wärmstes Jahr seit Aufzeichnungsbeginn ablösen wird.carbonbrief+1
Der Erwärmungshintergrund hat sich bereits als tödlich erwiesen. Eine lang anhaltende Hitzewelle, die Ende Mai begann und sich im Juni intensivierte, brach in mindestens 13 europäischen Ländern Temperaturrekorde. Laut Reuters zeigten EuroMOMO-Daten allein während der Spitze Ende Juni mehr als 10.000 Übersterblichkeitsfälle, davon über 9.000 bei Menschen ab 65 Jahren. Das deutsche Public-Health-Institut meldete etwa 5.120 hitzebedingte Todesfälle, während Frankreich, Spanien, die Niederlande und Belgien jeweils Hunderte bis Tausende weitere verzeichneten. Der EU-Klimawandeldienst Copernicus bestätigte den Juni 2026 als den heißesten Juni seit Aufzeichnungsbeginn in der Europäischen Union.reuters+2
Da El Niño mit einer Wahrscheinlichkeit von 97 % bis zum Frühjahr 2027 anhalten dürfte, warnen Klimawissenschaftler, dass die schlimmsten Auswirkungen auf die globalen Temperaturen erst noch bevorstehen.usatoday+1