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anthropic+1phemex+1thetimesDie beispiellose Entscheidung der Trump-Regierung, Exportkontrollen für die fortschrittlichsten KI-Modelle von Anthropic zu verhängen, hat Schockwellen durch die globale Technologiebranche geschickt. Britische Unternehmen und große Tech-Firmen drängen Washington dazu, den Kurs bei den Beschränkungen zu ändern, die Nutzer weltweit ohne Zugang zu den Systemen zurückgelassen haben.
Am Abend des 12. Juni erließ Handelsminister Howard Lutnick ein sogenanntes „Is Informed“-Schreiben an den CEO von Anthropic, Dario Amodei, und berief sich dabei auf den Export Control Reform Act von 2018, um jedem ausländischen Staatsangehörigen – ob innerhalb oder außerhalb der Vereinigten Staaten – den Zugriff auf die Modelle Claude Fable 5 und Mythos 5 des Unternehmens zu untersagen. Die Richtlinie kam nur drei Tage, nachdem Anthropic die Modelle am 9. Juni öffentlich eingeführt hatte.cybersecuritynews+2
Da das Unternehmen die Nationalität der Nutzer nicht zuverlässig in Echtzeit überprüfen konnte, war Anthropic gezwungen, beide Modelle für alle Kunden weltweit vollständig zu deaktivieren. „Der Nettoeffekt dieser Anordnung ist, dass wir Fable 5 und Mythos 5 für alle unsere Kunden abrupt deaktivieren müssen, um die Einhaltung sicherzustellen“, teilte das Unternehmen in einer Erklärung mit.techpolicy+1
Das Wall Street Journal berichtete, dass das Verbot auf Cybersicherheitsforschung zurückzuführen sei, die von Sicherheitsteams von Amazon Amazon.com, Inc. durchgeführt wurde. CEO Andy Jassy soll Regierungsbeamte informiert haben, nachdem Amazon-Forscher herausgefunden hatten, dass Fable 5 durch spezifische Prompts manipuliert werden könnte, um Informationen bereitzustellen, die Cyberangriffe erleichtern könnten. Anthropic hat die Situation als „Missverständnis“ bezeichnet und darauf hingewiesen, dass die fragliche Forschung defensiver Natur war.broadbandbreakfast+3
Die Beschränkung hat auf Widerstand im gesamten Tech-Sektor gestoßen. Führungskräfte von Nvidia und Adobe haben die Regierung aufgefordert, das Verbot aufzuheben, mit der Begründung, dass die Einschränkungen Bemühungen zur Bekämpfung digitaler Bedrohungen behindern. Über hundert Cybersicherheitsexperten unterzeichneten einen offenen Brief an Handelsminister Lutnick und den Nationalen Cyber-Direktor Sean Cairncross, in dem sie schrieben, dass das Verbot „den Verteidigern die besten Modelle weggenommen, Marktunsicherheit geschaffen und Amerikas KI-Führungsrolle riskiert hat, ohne dass ein echtes Risiko dies rechtfertigen würde“.finance.yahoo+2
Die Exportkontrollen gelten gleichermaßen für verbündete Nationen, die Geheimdienst- und Verteidigungsabkommen mit Washington teilen, was die transatlantischen Beziehungen belastet. Die Times berichtete, dass britische Unternehmen über den plötzlichen Zugangsverlust alarmiert seien, während die Japan Times feststellte, dass das Verbot „eine umfassende, beispiellose Autorität über die Technologie beanspruchte“.thetimes+2
Anthropic entsandte am Wochenende vom 14. bis 15. Juni hochrangiges technisches Personal nach Washington, um mit Beamten des Handelsministeriums und des Weißen Hauses zu verhandeln. Berichten zufolge beendete die Regierung jedoch am Montag die Notfallgespräche, ohne die Beschränkungen aufzuheben, nachdem die NSA gewarnt hatte, dass die Sicherheitsvorkehrungen von Fable 5 umgangen werden könnten.reddit+2
Das Unternehmen war bereits in einen separaten Streit mit dem Pentagon verwickelt, das es im März als Lieferkettenrisiko eingestuft hatte. Anthropic behauptete damals, dass es einen unmittelbaren Verlust von mehr als 150 Millionen US-Dollar an jährlich wiederkehrenden Einnahmen aus Verträgen mit dem Verteidigungsministerium hinnehmen müsse, wobei potenzielle Verluste bei den Gesamtverkäufen in die Milliarden gehen könnten.finance.yahoo+1
Die Richtlinie des Bureau of Industry and Security bleibt in Kraft, bis sie offiziell aufgehoben wird, und Anthropic muss nun individuell validierte Exportlizenzen über das SNAP-R-Portal der Regierung beantragen, um den ausländischen Zugang wieder aufzunehmen. Die Episode markiert das erste Mal, dass das Handelsministerium diese spezielle rechtliche Befugnis gegen ein kommerziell erhältliches KI-Modell eingesetzt hat.saasrise+1