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bbc.bbc+1.ynetnews.Die britische Green Party hat am Sonntag, den 4. Oktober, eine Motion verabschiedet, die Zionismus als eine Form von Rassismus definiert und die Partei auf einen palästinensischen Einheitsstaat festlegt. Mitglieder auf dem Parteitag in Brighton unterstützten den Antrag mit 1.022 zu 813 Stimmen, was etwa 56 Prozent entspricht, berichtete die BBC. Kritiker sagen, der Wortlaut würde faktisch das Ende Israels als jüdischer Staat bedeuten.ynetnews+1
Die Motion definiert Zionismus als eine Ideologie, die einen ethnonationalistischen jüdischen Staat unterstützt. Sie befürwortet einen demokratischen palästinensischen Einheitsstaat im gesamten historischen Palästina. Die Mitglieder lehnten zudem zwei Änderungsanträge ab, die von Parteichef Zack Polanski favorisiert wurden. Laut The Times wird die Position nun offizielle Parteilinie. Die BBC merkte an, dass verabschiedete Motionen gemäß den Parteistatuten nicht automatisch in das Wahlprogramm für die nächste Unterhauswahl aufgenommen werden.bbc+1
Polanski ist Jude und bezeichnet sich selbst als Antizionist. Er hatte angekündigt, sich der Stimme zu enthalten, und nahm nicht an der Abstimmung teil. Der Telegraph berichtete, dass er die Abstimmung verpasste, um im Wahlkreis Holborn und St Pancras Wahlkampf zu betreiben. Er sagte der BBC, er habe die Motion wegen der Einheitsstaats-Formulierung ändern wollen. "Was ich sehen möchte, sind gleiche Rechte für Israelis und Palästinenser", sagte er und fügte hinzu, dass weder die Partei noch die britische Regierung bestimmen sollten, wie eine zukünftige Lösung aussehe.thetimes+2
Die stellvertretende Parteichefin Mothin Ali unterstützte die Motion "absolut", berichtete die BBC. Sie sagte, jeder, der Ethnonationalismus unterstütze, glaube an eine rassistische Ideologie.ynetnews
Drei ehemalige Parteichefs lehnten die Motion ab: Caroline Lucas, Adrian Ramsay und Carla Denyer. Lucas warnte, dies könne wie ein Signal wirken, dass Juden in der Partei nicht willkommen seien. Denyer sagte, es könne die Bemühungen zur Unterstützung der Palästinenser zurückwerfen.ynetnews
Laut Novara Media fordert die Motion auch die Freilassung palästinensischer politischer Gefangener, lehnt das Verbot von Palestine Action ab und bekräftigt das Recht der Palästinenser auf Widerstand. Die Mitglieder stimmten zudem gegen einen Änderungsantrag, der jüdische Mitglieder mit Verbindungen zu zionistischen Institutionen vor Anfeindungen schützen sollte. Ynet berichtete, dass die Motion auch zu Boykotten und Sanktionen aufruft, nach dem Vorbild der Maßnahmen gegen das Südafrika der Apartheid-Ära.novaramedia+1
Haaretz berichtete, dass Parteiführer und jüdische Mitglieder gewarnt hatten, die Maßnahme könne jüdische Unterstützer entfremden. Der Telegraph berichtete von Wut bei Aktivisten gegen Antisemitismus. Demonstranten beider Seiten versammelten sich vor dem Veranstaltungsort, und die Organisatoren richteten einen "sicheren Raum" für jüdische Mitglieder ein. Ein jüdisches Mitglied nannte die Situation "beunruhigend und zutiefst verstörend, aber das ist die Realität".ynetnews+2
Die Abstimmung erfolgt zu einer Zeit, in der die Grünen, einst eine Randpartei, in mehreren aktuellen nationalen Umfragen auf dem vierten oder fünften Platz liegen. Britische Medien berichten, dass die Motion sie zur ersten etablierten Partei im Vereinigten Königreich macht, die sich explizit als antizionistisch bezeichnet.novaramedia+1