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maplecroft+1.carbonbrief+1.supplychainbrain+1.Lateinamerika sieht sich mit wachsenden Risiken für Lieferkettenunterbrechungen, Ernteausfälle und Infrastrukturschäden konfrontiert, da sich ein "superstarker" El Niño bis 2027 weiter verstärkt. Dies ist die Warnung in einem am 30. September veröffentlichten Bericht des Risikodatenunternehmens Verisk Maplecroft. Das Unternehmen gibt an, dass die Region eine Wiederholung oder eine noch schlimmere Version des El Niño von 1997-98 erleben könnte. Dieses Ereignis verursachte geschätzte 5,7 Billionen Dollar an globalen wirtschaftlichen Verlusten, fast das Dreifache des Rückgangs des globalen BIP während der Finanzkrise 2008.bnamericas+2
Der Bericht erscheint zu einer Zeit, in der das Erwärmungsereignis Rekorde bricht. Zum 21. September erreichte die tägliche Temperaturanomalie in der pazifischen Region Niño 3.4 3,11 Grad und übertraf damit den bisherigen Rekord von 3,08 Grad, berichtete Carbon Brief. Die BBC berichtete, dass Wissenschaftler es nun als den stärksten jemals registrierten El Niño bezeichnen. Verisk Maplecroft geht davon aus, dass der Höhepunkt erst im Dezember erreicht wird.carbonbrief+2
Der Bericht besagt, dass Dürre den Verkehr im Panamakanal, die landwirtschaftliche Produktion und die Wasserversorgung in ganz Mittelamerika und Teilen des nördlichen Südamerikas bedroht. Gleichzeitig steigt das Hochwasserrisiko in wirtschaftlich wichtigen Teilen von Peru, Ecuador und Brasilien. Etwa 5 % des weltweiten Seehandels verlaufen durch den Kanal. Einschränkungen für den Schiffsverkehr würden die Frachtkosten erhöhen und die Reisezeiten verlängern.bnamericas
Zu den gefährdeten Exportgütern zählen mittelamerikanischer Kaffee und Mais, peruanische Sardellen und Kupfer, chilenischer Lachs sowie Sojabohnen aus dem südlichen Südamerika. Brasiliens Süden und Südosten, wo etwa 60 % der Sojabohnen und 70 % des Maises des Landes angebaut werden, müssen mit stärkeren Regenfällen rechnen. Gleichzeitig könnte Dürre im Amazonasgebiet die Flussschifffahrt und die Wasserkraft beeinträchtigen.bnamericas
"Dieser El Niño entwickelt sich zu einer großen Bewährungsprobe für Regierungen, Unternehmen und Investoren in ganz Lateinamerika", sagte Mariano Machado, leitender Amerika-Analyst bei Verisk Maplecroft.supplychainbrain+1
Der Hazard Vulnerability Index des Unternehmens stuft Mittelamerika und die Andenregion als Gebiete mit dem höchsten Risiko ein. Nicaragua, Honduras und Guatemala schneiden als die schwächsten Länder in ganz Lateinamerika ab. In Südamerika sind Venezuela, Bolivien und Argentinien am stärksten gefährdet. Kolumbien, Brasilien, Chile und Uruguay sind besser aufgestellt, um die Schocks abzufedern.supplychainbrain
Der Bericht verweist auf Peru, wo ein Großteil der Reparaturarbeiten nach dem El Niño von 2017 noch immer nicht abgeschlossen ist. Er besagt auch, dass jede Unterbrechung des dortigen Bergbaus die Kupferpreise noch weiter in die Höhe treiben könnte, nachdem sie bereits Anfang des Jahres ein Rekordhoch erreicht hatten. Kolumbien hingegen hat Notfallhaushaltsmaßnahmen verabschiedet, um die Wasserkrafterzeugung zu schützen.bnamericas
US-Wetterexperten gaben im September an, dass eine Wahrscheinlichkeit von über 90 % für ein sehr starkes Ereignis in diesem Herbst und Winter bestehe. Die Wahrscheinlichkeit für ein historisches Ereignis zwischen Oktober und Dezember bezifferten sie auf 75 %.cpc.ncep.noaa
"Da stärkere und volatilere El Niño-Ereignisse sowie häufigere und schwerwiegendere klimabedingte Ereignisse in den kommenden Jahrzehnten immer wahrscheinlicher werden, wird die Identifizierung der Gefährdung … von entscheidender Bedeutung sein", sagte Will Nichols, Leiter für Klima und Resilienz bei dem Unternehmen.bnamericas