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ft+1euractiv+1ua+1Estland, Lettland und Litauen drängten die Europäische Kommission diese Woche dazu, einen Gesetzesvorschlag für ein vollständiges Verbot russischer Ölimporte zu beschleunigen. Sie argumentierten, dass die Befürchtungen einer Energiekrise, die durch die Schließung der Straße von Hormus ausgelöst wurden, nicht eingetreten seien und eine Verzögerung nicht länger rechtfertigen könnten.
Der Appell erfolgte laut der Financial Times bei einem Treffen der EU-Energieminister am Donnerstag in Brüssel, bei dem die baltischen Staaten darauf drängten, dass russische Energieeinnahmen weiterhin Moskaus Krieg in der Ukraine finanzieren. Polen unterstützte den Vorstoß, wobei Beamte ein Verbot noch vor Jahresende forderten.ft+2
Die Europäische Kommission hatte ursprünglich geplant, in diesem Frühjahr einen Gesetzesvorschlag für ein stufenweises russisches Öl-Embargo vorzulegen, doch die Initiative wurde angesichts des Konflikts im Nahen Osten und der daraus resultierenden Störungen der globalen Energiemärkte von der Tagesordnung gestrichen. Die Brent-Rohölpreise stiegen auf über 100 Dollar pro Barrel, nachdem die Straße von Hormus geschlossen wurde, und EU-Energiekommissar Dan Jørgensen warnte im April, dass es "mehr als ein paar Jahre dauern könnte, die Gasproduktion wiederherzustellen", selbst wenn die Straße wieder vollständig geöffnet würde.esade+2
Die umfassendere EU-Verordnung zum schrittweisen Ausstieg aus russischen Gasimporten trat im Februar 2026 in Kraft, aber ein separates Öl-Embargo – von der Kommission für 2025 versprochen – wurde nie offiziell eingebracht. Die politische Einigung zwischen dem Europäischen Parlament und dem Rat vom Dezember 2025 verpflichtete dazu, russische Gasimporte bis Ende 2027 zu beenden, und erklärte, dass die Kommission "weiterhin entschlossen bleibt, den Ausstieg aus allen verbleibenden Ölimporten aus Russland bis Ende 2027 sicherzustellen".euractiv+3
Die baltischen Staaten argumentieren, dass sich die Energiemärkte ausreichend stabilisiert haben, um voranzukommen. Es gibt jedoch weiterhin Widerstand aus Ungarn und der Slowakei, die teilweise von russischem Rohöl abhängig sind und sich konsequent gegen aggressive Zeitpläne ausgesprochen haben. Einige EU-Beamte räumen ein, dass die Neuausrichtung der Energieversorgung selbst bei politischem Konsens ein komplexer und langwieriger Prozess ist.ua+1
Jørgensen hat die sich verbessernden Bedingungen anerkannt, warnte jedoch, dass es Monate bis Jahre dauern könnte, bis sich die Öl- und Gasmärkte vollständig normalisiert haben. Ob die Kommission den gestoppten Gesetzesvorschlag nun wiederbeleben wird, bleibt unklar, da kein neues Datum für dessen Vorstellung festgelegt wurde.al-monitor+3