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euronews+1euronews+1euronewsArgentinien gab am Montag bekannt, dass es Strafanzeige gegen mehrere Tochtergesellschaften des israelischen Energieunternehmens Navitas Petroleum sowie deren Führungskräfte erstatten wird. Der Vorwurf lautet auf unerlaubte Aktivitäten vor den Falklandinseln, was eine deutliche Verschärfung der Kampagne von Buenos Aires zur Durchsetzung seines Souveränitätsanspruchs über den umstrittenen Archipel darstellt.euronews+1
Die Klage, die von Außenminister Pablo Quirno mit Unterstützung des Generalstaatsanwalts Sebastián Amerio eingereicht wird, richtet sich gegen Navitas Petroleum Development & Production Ltd, Navitas Petroleum Atlantic United, Navitas Petroleum LP, JHI Associates Inc und Eco Atlantic Oil & Gas Ltd sowie deren Direktoren und Vertreter. Argentinien wirft den Firmen vor, Kohlenwasserstoff-Explorationslizenzen zu halten, die von der "illegitimen Regierung des Vereinigten Königreichs" im Nord-Falkland-Becken erteilt wurden, was gegen argentinisches Recht verstößt.al-monitor+2
Im Zentrum des Streits steht das Ölfeld Sea Lion, das etwa 220 Kilometer nördlich der Falklandinseln liegt. Navitas betreibt das Projekt mit einem Anteil von 65 Prozent, während das britische Unternehmen Rockhopper Exploration die restlichen 35 Prozent hält. Das Feld, das schätzungsweise 1,7 Milliarden Barrel Öl enthält, soll voraussichtlich im März 2028 die Produktion aufnehmen.megaproject+1
Die Strafanzeige folgt auf eine Fernsehansprache von Präsident Javier Milei am 3. September, in der er Sea Lion als "klare und gegenwärtige Gefahr" bezeichnete und versprach, die Sanktionen gegen Unternehmen, die in dem Gebiet bohren, zu verschärfen. Milei kündigte zudem Pläne für den Bau eines Marinestützpunkts in Ushuaia an und will dem Kongress Gesetze vorlegen, die Strafen auf Zulieferer von Ölfirmen ausweiten, die auf den Falklandinseln tätig sind. Am Montag wies er Wirtschaftsminister Luis Caputo an, den Marinestützpunkt im Haushalt 2027 zu priorisieren.euronews+2
Sowohl Navitas als auch Rockhopper gaben letzte Woche eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie darauf beharrten, unter Lizenzen zu operieren, die "rechtmäßig von der Regierung der Inseln erteilt" wurden. Sie erwarten nicht, dass die argentinischen Maßnahmen das Projekt verzögern werden. Die Aktien von Rockhopper fielen nach der ersten Ankündigung an der Londoner Börse um mehr als 6 Prozent.telegraph+1
Das Strafverfahren gegen die Tochtergesellschaften eines israelischen Unternehmens löste schnell Reaktionen bei Israels rechtsextremen Koalitionspartnern aus. Nationaler Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir forderte Premierminister Benjamin Netanjahu auf, die argentinische Souveränität über die Falklandinseln anzuerkennen und Sanktionen gegen Großbritannien zu verhängen, "solange die Besatzung andauert". Finanzminister Bezalel Smotrich forderte separat die Ausweisung des britischen Botschafters in Israel.mundiario+2
Die Äußerungen spiegeln die tiefer werdenden Spannungen zwischen London und Tel Aviv bezüglich der britischen Politik gegenüber israelischen Siedlungen im Westjordanland wider. Großbritannien bereitet Maßnahmen vor, die den Handel mit Waren aus Siedlungen verbieten würden, ein Schritt, den israelische Beamte scharf verurteilt haben. Ben-Gvirs Aussagen stellen keine formelle Änderung der israelischen Außenpolitik dar, bringen den Falkland-Streit jedoch in eine breitere diplomatische Krise zwischen Israel und Großbritannien ein.euronews+1
Großbritanniens Reaktion war bestimmt. Verteidigungsminister Wes Streeting bezeichnete das Engagement des Vereinigten Königreichs für die Falklandinseln als "absolut und unerschütterlich", während Außenminister Ed Miliband erklärte, London werde das Recht der Inselbewohner auf Selbstbestimmung "entschlossen verteidigen".megaproject+1