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cbc+1anews+1arabnews+1Ein iranisches Handelsschiff ist am frühen Sonntag nahe der Insel Qeschm in der Straße von Hormus beschossen worden. Dabei wurde ein Besatzungsmitglied getötet und weitere wurden verletzt, nur wenige Stunden vor einem geplanten Treffen der Außenminister der Golfstaaten in Oman, bei dem über eine vorübergehende Schifffahrtsregelung für die umkämpfte Wasserstraße beraten werden soll.cbc+2
Der Angriff bringt neue Unruhe in die ohnehin fragilen diplomatischen Bemühungen, den kommerziellen Transit durch die Meerenge zumindest teilweise wiederherzustellen. Der Iran blockiert die Passage seit dem Ausbruch seines Krieges mit den Vereinigten Staaten im Februar.
Oman ist am Montag Gastgeber für ein Treffen der Außenminister der Staaten des Golf-Kooperationsrates und des Irans in der südlichen Stadt Salala. Laut der Financial Times und mehreren regionalen Medien soll dort über die Ergebnisse bilateraler Gespräche zwischen Teheran und Maskat zur Regelung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus beraten werden. Der iranische Präsident Massud Peseschkian erklärte am Samstag, die Minister würden über "eine gemeinsame Route zwischen Oman und dem Iran in der Straße von Hormus" sprechen und die Internationale Seeschifffahrts-Organisation über die Vereinbarung informieren.jpost+3
Ein hochrangiger iranischer Beamter sagte laut Reuters, dass von dem Treffen kein unterzeichnetes Abkommen zu erwarten sei. Der Iran betonte zudem, dass selbst eine Einigung mit Oman die Wasserstraße nicht wieder öffnen würde, solange die Vereinigten Staaten ihre Blockade iranischer Häfen nicht aufheben.indiatoday+1
Bahrain erklärte am Samstag, nicht teilzunehmen. Das Außenministerium in Manama betonte, das Land werde "an keinem gemeinsamen Treffen mit dem Iran teilnehmen", solange die diplomatischen Beziehungen nicht wiederhergestellt seien. Zur Begründung verwies Manama auf anhaltende iranische Angriffe auf die Infrastruktur am Golf, darunter Angriffe auf ein Ammoniaklager in Bahrain und die Ost-West-Ölpipeline in Saudi-Arabien.aa+2
Iranische Staatsmedien berichteten, ein Projektil unbekannter Herkunft habe das Frachtschiff vor der Insel Qeschm getroffen, die an der engsten Stelle der Meerenge etwa 22 Kilometer von Bandar Abbas entfernt liegt. Der Gouverneur von Qeschm machte einen "terroristischen Feind" für den Angriff verantwortlich. Die britische Beobachtungsstelle für den Seeverkehr (UKMTO) bestätigte, dass ein Schiff bei der Durchfahrt durch die Meerenge von einem Projektil getroffen wurde, nannte jedoch keine weiteren Details. Das US-Militär äußerte sich zunächst nicht.usnews+3
Das Treffen in Oman folgt auf eine seltene persönliche Begegnung zwischen Peseschkian und dem Kronprinzen von Abu Dhabi, Scheich Khaled bin Mohamed Al Nahyan, am Samstag am Rande des BRICS-Gipfels in Neu-Delhi. Die staatliche Nachrichtenagentur der Emirate erklärte, beide Seiten hätten über "die Bedeutung der Unterstützung von Bemühungen zur Förderung von Ruhe, Deeskalation und Stabilität in der Region" gesprochen. Die BRICS-Mitglieder verabschiedeten zudem eine gemeinsame Erklärung, in der sie ihre "tiefe Besorgnis über die anhaltende Eskalation der Spannungen im Nahen Osten und Westasien" zum Ausdruck brachten und zu maximaler Zurückhaltung aufriefen.arabnews+2
Ob die Gespräche am Montag in Salala auch nur einen vorläufigen Rahmen hervorbringen können, bleibt ungewiss: Erschwert wird die Lage durch das Fernbleiben Bahrains, den Angriff auf das Schiff nahe Qeschm und die Beharrlichkeit des Irans, dass jede Wiederöffnung der Meerenge von einem Ende der amerikanischen Blockade abhängt.