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themoscowtimesthemoscowtimes+1dakotanewsnetwork+1Die Getreideexporte Russlands steuern auf den niedrigsten August-Stand seit einem Jahrzehnt zu, da eskalierende Angriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer zu massiven Engpässen in den südlichen Häfen des Landes führen. Dies verschärft eine Störung, die die globalen Rohstoffmärkte bereits seit Wochen in Atem hält.
Das Agrarberatungsunternehmen SovEcon prognostiziert, dass Russland in diesem Monat zwischen 3 und 3,4 Millionen Tonnen Weizen exportieren wird – weit unter dem Fünfjahresdurchschnitt für August von 5 Millionen Tonnen und möglicherweise der niedrigste August-Wert seit der Agrarsaison 2016-17. Das unabhängige Beratungsunternehmen ProZerno prognostiziert, dass die gesamten Getreideexporte aufgrund von Staus im Schwarzen Meer und im Asowschen Meer auf etwa 2,5 Millionen Tonnen fallen werden, verglichen mit einem Fünfjahresdurchschnitt für August von 5,7 Millionen Tonnen.themoscowtimes+1
Die Störung folgt auf einen schwierigen Juli, in dem die russischen Getreideexporte im Jahresvergleich um fast 38 Prozent auf nur 2,03 Millionen Tonnen zurückgingen. Russland, der weltweit größte Weizenexporteur, und die Ukraine, ebenfalls ein bedeutender Agrarexporteur, haben in den letzten Wochen gezielt die Exportanlagen und die Handelsschifffahrt der jeweils anderen Seite angegriffen. Die Ukraine hat erklärt, dass wiederholte russische Raketen- und Drohnenangriffe ihre Kapazität für Getreideexporte über das Schwarze Meer um etwa ein Drittel reduziert haben.facebook+3
Der Exportstau hat auf dem russischen Binnenmarkt zu einem Überangebot geführt, was die lokalen Preise in der vergangenen Woche um bis zu 450 Rubel pro Tonne gedrückt hat, während Landwirte Schwierigkeiten haben, ihre Ernten abzusetzen. Obwohl ausländische Käufer aufgrund explodierender Frachtkosten zurückhaltend sind, kündigte das russische Landwirtschaftsministerium an, die Weizenexportsteuer für die Woche vom 12. bis 18. August zu erhöhen.themoscowtimes
Weltweit haben die Spannungen die Weizenpreise in die Höhe getrieben. Das International Food Policy Research Institute stellte Anfang August fest, dass russische Raketenangriffe auf die Getreideinfrastruktur und die allgemeine Störung der Schifffahrt im Schwarzen Meer eine Handelsader bedrohen, die für fast ein Drittel der weltweiten Weizenversorgung verantwortlich ist. Der russische Verband der Getreideexporteure hat gewarnt, dass anhaltende ukrainische Drohnenangriffe auf Schiffe und Häfen die Getreideexporte aus dem Schwarzen Meer vollständig zum Erliegen bringen könnten, was das Hunger-Risiko in Afrika und im Nahen Osten erhöht.ifpri+2
Händler richten ihren Blick nun auf den August-Bericht des USDA zu den weltweiten Angebot- und Nachfrageschätzungen (WASDE), der am Mittwoch, den 12. August, um 12:00 Uhr ET veröffentlicht werden soll. Der Bericht wird aktualisierte Prognosen zu globalem Angebot, Nachfrage und Endbeständen liefern, in einer Zeit, in der geopolitische Risiken sowohl im Schwarzen Meer als auch in der Straße von Hormus für Unsicherheit an den Rohstoffmärkten sorgen.dakotanewsnetwork+2
Unterdessen hat das Institute for Agricultural Market Studies seine Prognose für die russische Getreideernte 2026 von 140 Millionen auf 138,5 Millionen Tonnen gesenkt und die Schätzung für die gesamte Exportkapazität in der Saison 2026-27 von 61,5 Millionen auf 60 Millionen Tonnen reduziert.themoscowtimes