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censor+1reuters+1censor+1Die Europäische Union erwägt eine grundlegende Kursänderung bei den Sanktionen gegen Russland. Anstelle umfassender Pakete soll künftig auf kleinere, thematische Maßnahmen gesetzt werden, nachdem Griechenland die 21. Sanktionsrunde des Bündnisses wochenlang blockiert hatte, um ein einzelnes Schifffahrtsunternehmen zu schützen.
Die Financial Times berichtete am 27. Juli, dass Brüsseler Beamte das am 23. Juli verabschiedete 21. Paket als möglicherweise letztes seiner Art betrachten. "Es ist mittlerweile ziemlich offensichtlich, dass dieser Ansatz nicht mehr funktioniert", sagte ein EU-Beamter der Zeitung.censor+2
Die Krise begann Mitte Juli, als Griechenland das am 9. Juni von der EU-Kommission vorgeschlagene 21. Sanktionspaket blockierte, um eine Ausnahme für Dynagas zu erwirken, eine Schifffahrtsgesellschaft im Besitz des griechischen Milliardärs George Prokopiou. Das Unternehmen betreibt 11 Schiffe, darunter sieben arktistaugliche Eisbrecher, die für das russische Projekt Yamal LNG gechartert sind.newsukraine.rbc+2
Athen argumentierte, dass das vorgeschlagene Verbot des Transports von russischem LNG in Nicht-EU-Länder Dynagas "ruinieren" und der europäischen Maritimdienstbranche schaden würde. Griechenland war mit seinen Einwänden nicht allein, denn mindestens sechs Mitgliedstaaten, darunter Frankreich, Italien, Deutschland, Österreich und Portugal, äußerten während der Verhandlungen Bedenken.interfax+2
Unter einem von Irland vermittelten Kompromiss einigten sich die Regierungen auf eine verlängerbare einjährige Ausnahme, die es Unternehmen ermöglicht, weiterhin russisches LNG in Drittländer für Verträge zu transportieren, die vor dem Einmarsch Russlands im Februar 2022 geschlossen wurden, wobei die Mengen auf das Niveau von 2025 gedeckelt sind. Das Paket friert außerdem die Preisobergrenze für russisches Öl für 12 Monate bei 44,10 US-Dollar pro Barrel ein und richtet sich gegen 94 russische Finanzinstitute, 33 Banken mit Transaktionsverboten sowie über 250 Einzelpersonen und Einheiten.euronews+4
Die EU hatte bereits Signale für einen Wechsel zu flexibleren Sanktionen gegeben. Am 15. Juni verabschiedete das Bündnis fortlaufend ein "Mini"-Sanktionspaket, getrennt von dem größeren 21. Paket, über das noch verhandelt wurde. Beamte erklären nun, dass dieses Modell zur Norm werden könnte, bei dem Sanktionen einzeln oder in kleinen thematischen Blöcken genehmigt werden, um zu verhindern, dass das Veto eines einzelnen Landes unbezogene Maßnahmen zu Fall bringt.mayerbrown+2
Euronews beschrieb das 21. Paket als "deutlich schwächer als ursprünglich vorgeschlagen" und verwies auf das gestrichene Importverbot für russischen Fisch, die Entfernung umstrittener Namen von der schwarzen Liste sowie die LNG-Ausnahme. Ein von European Pravda zitierter EU-Beamter nannte die Zugeständnisse an Griechenland einen "gefährlichen Präzedenzfall", da der jährliche Überprüfungsmechanismus Athen das Druckmittel gibt, die Ausnahme durch künftige Vetodrohungen unbegrenzt zu verlängern.euronews+2