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Euronews.com+1ST104.1 WIKY | Adult Contemporary Radio+1Der menschengemachte Klimawandel verschärft die Dürre in Europa nicht durch weniger Regen, sondern durch extreme Hitze, die Wasser in beispiellosem Tempo aus Böden, Seen und Flüssen verdunsten lässt. Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Analyse der Forschungsgruppe World Weather Attribution hervor.
Wissenschaftler aus 12 europäischen Ländern analysierten Niederschlagstrends, Bodenfeuchtigkeit und die "potenzielle Evapotranspiration" (ein Maß für die Fähigkeit der Atmosphäre, dem Boden Feuchtigkeit zu entziehen) und kamen zu dem Schluss, dass extreme Hitze gewöhnliche Trockenperioden in schwere Dürren verwandelt. Die Studie ergab, dass landwirtschaftliche Bodendürren in Westeuropa durch den Klimawandel inzwischen fünfmal wahrscheinlicher sind. In Osteuropa, wo die Trockenheit seit sechs Monaten anhält, ist die Wahrscheinlichkeit sogar elfmal so hoch. Ein Verdunstungsbedarf, der solch extreme Bedingungen hervorrufen kann, ist in Westeuropa etwa 80-mal und in Osteuropa 40-mal wahrscheinlicher als in vorindustrieller Zeit.Euronews.com+1
"Europas Klima verändert sich schnell", sagte Dr. Sarah Kew, Klimawissenschaftlerin am Königlich Niederländischen Meteorologischen Institut. "Während die Regenmuster uneinheitlich bleiben, zeigen unsere Ergebnisse, dass extreme Hitze die Oberhand als Haupttreiber für Dürren auf unserem Kontinent gewinnt".Euronews.com
Die Ergebnisse decken sich mit der Realität: Frankreich steuert auf die schlechteste Maisernte seit 50 Jahren zu, Rumänien hat mehr als eine Million Hektar Ernte verloren, und die Flüsse auf dem gesamten Kontinent führen so wenig Wasser, dass Schifffahrtswege unterbrochen und die Energieerzeugung beeinträchtigt sind. Laut Reuters kam es in Ländern wie Rumänien und Griechenland aufgrund niedriger Wasserstände zu Beeinträchtigungen in Landwirtschaft, Schifffahrt und Industrie.104.1 WIKY | Adult Contemporary Radio+2
Dr. Dominik Schumacher vom Institut für Atmosphäre und Klima der ETH Zürich erklärte, dieses Muster markiere einen grundlegenden Wandel bei der Entstehung europäischer Dürren. "Mit steigenden Temperaturen wächst der Durst der Atmosphäre rapide und saugt Feuchtigkeit aus Flüssen, Seen, Stauseen und dem Boden", sagte er.Euronews.com
Europa ist der sich am schnellsten erwärmende Kontinent der Welt, und der Copernicus-Klimawandeldienst bestätigte, dass der Juni 2026 der heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen in Westeuropa war. Die WWA-Studie warnt, dass die Bedingungen bei der derzeitigen Erwärmung von 1,4 °C bereits extrem sind. Sollten die Emissionen die Temperaturen auf 2,8 °C ansteigen lassen, könnte sich die Wahrscheinlichkeit intensiver Verdunstungsbedingungen verdoppeln.CopernicusECMWF+1
"Glühend heiße, trockene Sommer" werden in Europa ohne rasche Emissionssenkungen zur jährlichen Normalität werden, warnte Dr. Mariam Zachariah vom Imperial College London. UN-Klimachef Simon Stiell nannte die Ergebnisse "ein unüberhörbares Alarmsignal dafür, dass sich unser Planet überhitzt".Euronews.com