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ftdigital-strategy.europa+1euronews+1Die Europäische Kommission bereitet neue Befugnisse vor, um Bußgelder gegen Big-Tech-Unternehmen zu verhängen, die Verbraucher, insbesondere Kinder, nicht vor Online-Kostenfallen und manipulativen Designpraktiken schützen, so die Financial Times. Das geplante Digital Fairness Act, das voraussichtlich Ende 2026 vorgelegt wird, soll gegen Dark Patterns, süchtig machende Designfunktionen, Abo-Fallen und unfaire Personalisierungspraktiken vorgehen, die die Schwachstellen von Verbrauchern für kommerzielle Zwecke ausnutzen.ft+2
Der Vorstoß zum Verbraucherschutz erfolgt, nachdem die Kommission am 10. Juli vorläufige Ergebnisse veröffentlicht hat, wonach Meta aufgrund des "süchtig machenden" Designs von Instagram und Facebook gegen das Gesetz über digitale Dienste verstößt. Die Untersuchung konzentrierte sich auf Funktionen wie unendliches Scrollen, Autoplay, Push-Benachrichtigungen und hochgradig personalisierte Empfehlungssysteme, die laut Kommission zwanghaftes Verhalten fördern und die Gehirne der Nutzer in einen "Autopilot-Modus" versetzen.digital-strategy.europa+2
Die Kommission forderte Meta auf, Autoplay und unendliches Scrollen standardmäßig zu deaktivieren, effektive Pausen für die Bildschirmzeit einzuführen und den Empfehlungsalgorithmus so zu ändern, dass der Fokus auf Engagement verringert wird. Sollten sich die Ergebnisse bestätigen, droht Meta ein Bußgeld von bis zu 6 % des gesamten weltweiten Jahresumsatzes. Meta hat nun die Möglichkeit, die Beweise zu prüfen und eine formelle Antwort einzureichen.techcrunch+1
Unabhängig davon stimmte das Europäische Parlament am 9. Juli für die Wiedereinführung von Chat Control 1.0, einer vorübergehenden Ausnahmeregelung von den EU-Datenschutzbestimmungen, die es Plattformen erlaubt, unverschlüsselte private Nachrichten bis April 2028 freiwillig auf Material über sexuellen Kindesmissbrauch zu scannen. Kritiker bemängelten, dass die Maßnahme durch ein verfahrenstechnisches Schlupfloch verabschiedet wurde: Nachdem sie im März zweimal abgelehnt worden war, erzwang eine knappe Abstimmung mittels "Dringlichkeitsverfahren" eine erneute Abstimmung in zweiter Lesung, für deren Blockierung 361 Stimmen erforderlich waren, anstatt einer einfachen Mehrheit für die Annahme.theregister+3
Telegram-Mitbegründer Pavel Durov verurteilte den Schritt, nannte die EU eine "Bananenrepublik" und warf ihr vor, die anlasslose Überwachung von Millionen von Gesprächen zu ermöglichen. Durov versprach, dass Telegram unabhängig von der Gesetzgebung keine privaten Nachrichten scannen werde. Datenschützer merkten an, dass Ende-zu-Ende-verschlüsselte Dienste wie WhatsApp und Signal ausdrücklich vom Anwendungsbereich des Gesetzes ausgenommen waren.rt+5
Die Entwicklungen markieren eine intensive Woche regulatorischer Maßnahmen der EU gegen den Technologiesektor. Am 8. Juli wies das EU-Gericht die Klage von Apple gegen seine Einstufung als Gatekeeper gemäß dem Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Act) ab, während das höchste EU-Gericht am 2. Juli ein Kartellbußgeld in Höhe von 4,1 Milliarden Euro gegen Alphabet im Zusammenhang mit Android bestätigte. Das kommende Digital Fairness Act würde eine weitere Durchsetzungsebene hinzufügen, die sich direkt auf Verbraucherschutz und Online-Sicherheit für Kinder konzentriert.reuters+3