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afp.com.securityweek.com+2.afp.com+1.Hacker haben diese Woche die Fernsteuerung über Kühlsysteme in Supermärkten in mindestens 11 europäischen Ländern übernommen. Die Angriffe ließen die Temperaturen in einigen Gefrieranlagen auf 50°C ansteigen und zwangen die Geschäfte dazu, verdorbene Lebensmittel zu entsorgen. Die Europäische Union bezeichnete die Welle als gezielten Versuch, die Lebensmittelversorgungskette zu stören. Am Dienstag kamen Deutschland, Rumänien und das Vereinigte Königreich zur Liste der betroffenen Länder hinzu, und die italienische Regierung hielt Notfallsitzungen mit ihren Geheimdienstchefs ab, berichtete AFP. Bisher hat sich keine Gruppe zu den Angriffen bekannt.afp.com
Mehr als 100 Geschäfte verzeichneten in der Nacht von Sonntag auf Montag einen Temperaturanstieg in ihren Kühl- und Gefrierschränken, so SecurityWeek. Die Angriffe ähneln stark einer Welle, die am 11. und 12. Oktober rund 700 französische Supermärkte traf. "Es handelt sich um einen gezielten Versuch, unsere Lebensmittelversorgungskette zu stören und das Vertrauen der Verbraucher darin zu untergraben", sagte der EU-Landwirtschaftskommissar Christophe Hansen laut AFP.yahoo.com+1
Belgien war besonders stark betroffen, und die dortige Bundesstaatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet. Carrefour teilte mit, dass 15 seiner rund 700 belgischen Filialen betroffen waren, während auch Delhaize, Colruyt und Intermarché Ausfälle meldeten. Ahold Delhaize Koninklijke Ahold Delhaize N.V. erklärte, ein "IT-Vorfall" habe mehrere Dutzend Geschäfte beeinträchtigt, hauptsächlich in Belgien und einige in Luxemburg. In Irland meldete Musgrave, dass 13 SuperValu-Filialen betroffen waren. Das schwedische Unternehmen Coop berichtete von Problemen in sieben seiner rund 800 Geschäfte. "Alles ist zerstört", sagte Engla Ingwall, Verkaufsleiterin in einer ICA-Filiale in Stockholm.afp.com+2
In Italien erklärte die Regierung, die Auswirkungen seien "sehr begrenzt". Die betroffenen Standorte hätten "veraltete Sicherheitssysteme mit direkt mit dem Internet verbundenen Schnittstellen und Schwachstellen in den Authentifizierungsmechanismen" aufgewiesen. Berichten zufolge waren etwa 20 italienische Standorte betroffen, darunter vier Coop-Filialen auf Sizilien.afp.com
Danfoss-Systeme waren erneut unter den Zielen. Das Unternehmen empfahl, dass Kühlsysteme nicht direkt aus dem Internet erreichbar sein sollten. Französische Ermittler hatten zuvor auf veraltete Fernsteuerungsmodule von Danfoss und dem US-Unternehmen Copeland hingewiesen. Coop Schweden teilte mit, dass die betroffenen Filialen über ältere 4G-Verbindungen liefen. Das Unternehmen stellt diese nun auf 5G um und hat die Kühlsysteme der Geschäfte vom Internet getrennt.apnews.com+1
Richard Horne, Leiter des britischen National Cyber Security Centre, sagte der BBC, dass die Bedrohung "die gesamte Lebensmittelversorgungskette" abdecke. Seine Mitarbeiter arbeiteten die ganze Nacht hindurch, um Organisationen zu warnen, die exponierte Technologie verwenden.bbc.co.uk
Die Ermittlungen reichen nun über den Atlantik. Der Generalinspekteur des Pentagons untersucht Kühlausfälle im August in US-Militärkommissariaten, darunter in Fort Huachuca in Arizona, berichtete die New York Times. Das Cyber Field Office der Armee teilte mit, dass es mit den französischen Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeite, um die Ausfälle in Europa zu verstehen.nytimes.com
Die Vorfälle haben Bedenken hinsichtlich staatlich unterstützter Hybridangriffe geweckt. Dennoch sagte ein von AFP zitierter Beamter: "Es wirkt halb-amateurhaft. Wir vermuten unter keinen Umständen, dass es sich um einen staatlichen Akteur handelt."afp.com