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eurekalert+1eurekalert+1cnic+1Jahrzehntelang gingen Biologen davon aus, dass die von Mitochondrien produzierte Energie einfach durch die Zelle diffundiert, bis sie dort ankam, wo sie benötigt wurde. Eine am 10. Juni in Nature veröffentlichte Studie stellt dieses Modell auf den Kopf und enthüllt, dass Mitochondrien sich physisch über die Poren an den Zellkern anschließen und sozusagen eine private Stromleitung zum Kommandozentrum der Zelle betreiben.eurekalert+2
Ein internationales Team unter der Leitung von Ivan Menéndez-Montes, Assistenzprofessor für Medizin an der University of Arizona, und Hesham A. Sadek, Direktor des Sarver Heart Center der Universität und Gruppenleiter am spanischen Centro Nacional de Investigaciones Cardiovasculares (CNIC), nutzte fortschrittliche Mikroskopie, Proteomik, Gentechnik und Tiermodelle, um zu zeigen, dass Mitochondrien über eine direkte Interaktion zwischen dem mitochondrialen Protein VDAC1 und dem Kernporenprotein RANBP2 an Kernporenkomplexe andocken.heart.arizona+2
Diese physische Verbindung leitet energiereiche Moleküle – einschließlich ATP – direkt in den Zellkern und unterstützt so die Genregulation, das Chromatin-Remodeling, die Transkription und die Zelldifferenzierung. „Die Mitochondrien und der Zellkern haben sich so stark koordiniert, dass sie ein System entwickelt haben, bei dem der Zellkern seinen eigenen exklusiven Energielieferdienst erhält“, so die Forscher in einer Erklärung des CNIC.nature+1
Die Ergebnisse stellen die langjährige Ansicht in Frage, dass mitochondriale Produkte frei durch das Zytoplasma diffundieren, bevor sie den Zellkern erreichen. Stattdessen belegt die Studie, dass der Zellkern Energie durch direkten physischen Kontakt erhält – ein Mechanismus, den die Autoren als neues Paradigma in der Zellbiologie beschreiben.eurekalert+1
Ein begleitender Kommentar in Nature merkte an, dass die Interaktion „den direkten Transfer von energietragenden Metabolitenmolekülen erleichtert, um den energieverbrauchenden Prozess der Zelldifferenzierung zu unterstützen, der für die embryonale Entwicklung entscheidend ist.“nature
Indem die Entdeckung enthüllt, wie der Zellkern seine Energieversorgung sichert, eröffnet sie Forschungswege in mehreren Bereichen. Die Forscher sagen, dass das Verständnis der Steuerung dieser Mitochondrien-Zellkern-Verbindungen die Arbeit bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Altern und regenerativer Medizin neu gestalten könnte – was möglicherweise erklärt, wie Herzen entstehen, wie Krankheiten entstehen und wie Zellen altern.cnic+2