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thenextwebthenextwebthenextweb+1Chinas KI-Sektor durchläuft einen strukturellen Wandel: Weg von der Entwicklung immer größerer Basismodelle, hin zum flächendeckenden Einsatz von KI-Agenten. Dies geht aus einem Bericht des China Telecom Research Institute hervor, über den der staatliche Fernsehsender CCTV am Samstag berichtete. Dem Bericht zufolge wird die Inferenz, also der Rechenaufwand für den Betrieb von Modellen in Echtzeit, bis 2029 rund 80 Prozent des chinesischen Marktes für Rechenleistung ausmachen und damit das bisher dominierende Training von Modellen überholen.thenextweb
Chinesische Technologieunternehmen werden in diesem Jahr voraussichtlich fast 600 Milliarden Yuan, umgerechnet rund 89 Milliarden US-Dollar, für KI ausgeben. Das entspricht laut dem Bericht mehr als einem Zehntel aller Investitionen im Land. Es wird erwartet, dass KI-Agenten in den nächsten zwei bis drei Jahren zu einem fast verzehnfachten jährlichen Wachstum des Bedarfs an Rechenleistung führen werden.thenextweb
Dieser Schwenk hat weitreichende wirtschaftliche Folgen. Das Trainieren eines Modells ist eine einmalige Investition (CapEx), während die Inferenz laufende Betriebskosten (OpEx) verursacht, die mit jeder Benutzeranfrage, jedem automatisierten Workflow und jeder Interaktion eines Agenten skalieren. Da chinesische Unternehmen dazu übergehen, statt bloßer Modell-Benchmarks nun agentenbasierte Dienste zu monetarisieren, verschiebt sich das wirtschaftliche Gewicht der Branche hin zu Firmen, die die Effizienz der Inferenz optimieren können, statt zu jenen, die lediglich die größten Modelle bauen.thenextweb
Diese Entwicklung steht im Einklang mit den Plänen der Regierung. Am 2. September veröffentlichte das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie einen Aktionsplan zur Integration von KI in den Software- und IT-Dienstleistungssektor. Der Plan sieht einen zweistufigen Fahrplan vor: Bis 2028 will China KI-gestützte Programmierwerkzeuge und Entwicklungsplattformen in mehr als 20.000 großen Softwareunternehmen etablieren, 100 wegweisende agentenbasierte Anwendungen in Schlüsselindustrien aufbauen und mindestens fünf Open-Source-Projekte fördern. Bis 2030 strebt das Ministerium eine umfassende intelligente Modernisierung kritischer Softwaresysteme an, bei der KI-Agenten und intelligente Dienste als neue Wachstumsmotoren fungieren sollen.sohu+1
Europa bereitet sich auf dieselbe inferenzlastige Zukunft vor, allerdings mit einem anderen Zeitplan. Die Europäische Kommission hat im Juli die Ausschreibung für bis zu sieben KI-Gigafabriken gestartet. Das Programm kombiniert bis zu 10 Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln mit erwarteten privaten Investitionen von mindestens 20 Milliarden Euro. Die Bewerbungsfrist endet am 12. November, die Vergabe wird für Anfang 2027 erwartet und die Anlagen sollen bis Mitte 2028 in Betrieb gehen.digital-strategy.europa+2
Dieser Zeitplan hat sich bereits verzögert: Die Ausschreibung wurde von Mai auf Juli verschoben, und das Interesse schrumpfte von rund 70 Unternehmen auf etwa zehn erwartete Bieter. Zudem hängt der Großteil der öffentlichen Mittel vom EU-Haushalt für die Jahre 2028 bis 2035 ab, über den sich die Mitgliedstaaten noch nicht geeinigt haben.thenextweb
Chinesische Behörden prognostizieren, dass KI-bezogene Sektoren bis 2030 ein Gesamtvolumen von über 10 Billionen Yuan erreichen werden. Der Arbeitsbericht der Regierung hat die Initiative „KI Plus“ bereits im dritten Jahr in Folge verankert und fordert in diesem Jahr erstmals die „Schaffung neuer Formen der intelligenten Wirtschaft“. Die Verlagerung hin zur Inferenz deutet darauf hin, dass die nächste Phase des globalen KI-Wettbewerbs weniger davon bestimmt wird, wer das größte Modell trainieren kann, sondern vielmehr davon, wer Agenten kostengünstig und zuverlässig im großen Maßstab betreiben kann.china