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bangkokpostbangkokpost+1bangkokpostEine Welle von Verboten, Petitionen und Regulierungsvorschlägen erfasst derzeit Europa und die USA. Regierungen und Institutionen ringen mit den Datenschutzfolgen von KI-gestützten Smart Glasses, die im öffentlichen Raum unbemerkt Video- und Audioaufnahmen machen können.
Meta hat allein im Jahr 2025 sieben Millionen Exemplare seiner Ray-Ban Smart Glasses verkauft, verglichen mit insgesamt zwei Millionen in den Jahren 2023 und 2024. Mit der rasanten Verbreitung der Geräte wächst auch der Widerstand, der mittlerweile Schulen, Gerichtssäle, Pubs, Bundesbehörden und die Hallen des Europäischen Parlaments erfasst.bangkokpost
Norwegens Digitalisierungsministerin Karianne Tung kündigte Ende August an, dass die Regierung eine Regulierung von Smart Glasses plane und ein Verbot von Gesichtserkennungsfunktionen im öffentlichen Raum erwäge. „Wir sehen, dass das Privatleben und die Privatsphäre der Menschen durch neue Technologien unter Druck geraten“, erklärte Tung. Ihr Ministerium werde in diesem Herbst eine Expertengruppe einsetzen, die Empfehlungen für neue Regeln erarbeiten soll. Oslo hat die Brillen mit Wirkung zum 27. August an Schulen verboten, um zu verhindern, dass Kinder zu „Statisten bei Metas Datensammlung“ werden.newvision+4
In den USA untersagte die Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) im August allen Mitarbeitern das Tragen von Meta-Datenbrillen an Bundesarbeitsplätzen. In einem Memo, über das zuerst die New York Times berichtete, stufte der kommissarische ICE-Direktor David Venturella die Brillen als am Körper getragene Kameras ein. Er warnte, sie könnten „unbeabsichtigt sensible Informationen erfassen, aufzeichnen oder übertragen und so möglicherweise den Datenschutz und rechtliche Schutzrechte verletzen“. Auch Gerichte in England und Wales sowie in New York haben die Brillen bereits von Besuchern beschlagnahmt.nytimes+2
EU-Abgeordnete drängen die Europäische Kommission zum Handeln. Die slowakische Europaabgeordnete Veronika Cifrova Ostrihonova erklärte, sie habe Bedenken geäußert, ob die Brillen mit den EU-Datenschutz- und KI-Vorschriften vereinbar sind, nachdem Berichte über heimlich gefilmte Frauen laut wurden. Der maltesische EU-Abgeordnete Alex Agius Saliba ging noch weiter: „Nach derzeitigem Stand sollten wir definitiv ein Verbot anstreben“, bis die Sicherheit der Brillen bewiesen sei. Der Europäische Datenschutzausschuss hat einen Bericht über die „gesellschaftliche Akzeptanz“ von Smart Glasses in Auftrag gegeben, der in diesem Herbst erwartet wird.gdprlocal+1
In Deutschland hat die gemeinnützige Organisation HateAid Strafanzeige gegen Meta und mehrere Brillenhändler erstattet, um ein Verkaufsverbot für die Ray-Ban Meta Wayfarer zu erwirken. In Großbritannien hat eine Petition mit dem Titel „Stop Smart Glasses“ auf der Website des Parlaments bereits mehr als 9.100 Unterschriften gesammelt. Ab 10.000 Unterschriften ist die Regierung zu einer Stellungnahme verpflichtet.bangkokpost+2
Meta betont, dass seine Brillen über eine helle weiße LED verfügen, die bei Aufnahmen blinkt und nicht ausgeschaltet werden kann. Zudem würde eine Manipulation des Lichts die Kamera deaktivieren. Das Unternehmen argumentiert, die Geräte böten eine „essenzielle neue Technologie für Menschen mit Seh- oder Hörbehinderungen“, und eine Einschränkung ihrer Nutzung wäre ein Rückschritt. Kritiker entgegnen jedoch, dass die LED leicht zu übersehen sei und die Gesetzgebung mit der Technologie nicht Schritt gehalten habe. „Eine Person hat keine rechtliche Handhabe, wenn sie in der Öffentlichkeit gefilmt wird, sei es auf der Straße, im Bus oder im Klassenzimmer“, sagte Elaine Crory von der Women's Resource Development Agency in Belfast.bbc+1
Da auch Google Alphabet Inc. und Snap eigene KI-gestützte Brillen vorbereiten, dürfte sich die Debatte darüber, wo der öffentliche Raum endet und das Privatleben beginnt, weiter verschärfen.