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siliconangleletsdatascience+1helpnetsecurityDie Google Alphabet Inc. Threat Intelligence Group veröffentlichte am 8. September ihren Q3 2026 AI Threat Tracker und warnt davor, dass künstliche Intelligenz zu einem Standardwerkzeug für alle Arten von Cyber-Akteuren geworden ist, von finanziell motivierten Kriminellen bis hin zu staatlich gelenkten Spionagegruppen. Der Wandel hin zu autonomen, agentengesteuerten Angriffen beschleunigt sich schneller, als viele Verteidiger reagieren können.
"Wir können mittlerweile davon ausgehen, dass alle Bedrohungsakteure KI in irgendeiner Form nutzen und ihre Operationen davon profitiert haben", sagte John Hultquist, Chefanalyst bei GTIG, gegenüber dem Cyber Magazine. Er warnte davor, dass die agentenbasierte Anwendung von KI einen "skalierten und schnelleren Gegner" schaffen könnte.letsdatascience+1
Der Bericht mit dem Titel "From Prompting to Autonomy: The Evolution of Adversarial AI" dokumentiert einen deutlichen Wandel von einfacher KI-Unterstützung hin zu Frameworks mit mehreren Agenten, die Angriffe mit minimaler menschlicher Aufsicht durchführen. In einem Fall kompromittierte eine finanziell motivierte Gruppe die Cloud-Infrastruktur einer Organisation und stellte ein autonomes Framework aus einem KI-Coding-Chatbot, einem Prompt und vorkonfigurierten Markdown-Handbüchern zusammen. Das System scannte nach Schwachstellen, erbeutete tausende Zugangsdaten, rotierte IP-Adressen und behob Fehler, alles in unter sechs Stunden und ohne einen Operator an der Tastatur.siliconangle+1
GTIG teilte mit, dass sie noch keine vollautonomen Angriffsketten gegen Ziele in freier Wildbahn beobachtet haben, merkte aber an, dass die Experimente der Angreifer "darauf hindeuten, dass sich die Nutzung von KI in Richtung dieses Anwendungsfalls entwickeln könnte".helpnetsecurity
Der Tracker beschreibt, wie staatlich verbundene Gruppen KI in ihre Operationen einbetten. Ein in Russland ansässiger Akteur, identifiziert als UNC5792, nutzte KI-Modelle, um automatisierte Überwachungs-Bots zu erstellen, die Telegram-Kanäle nach für russische Behörden relevanten Informationen durchsuchen. Eine andere russische Gruppe, Sandworm (auch als APT44 geführt), integrierte Gemini in Operationen gegen die Ukraine und nutzte es für Social Engineering, Python-Skripte für Passwort-Spraying, Endpoint-Fingerprinting und Projekte, die direkt mit der Gemini-API kommunizieren. Eine mutmaßlich mit China verbundene Spionagegruppe versuchte, Gemini zur Entwicklung eines automatisierten Frameworks für Penetrationstests zu nutzen, doch Google deaktivierte die entsprechenden Ressourcen, bevor es eingesetzt werden konnte.letsdatascience+1
Experten für Cybersicherheit sind sich weitgehend einig, dass KI die grundlegende Bedrohungslandschaft nicht neu geschrieben, sondern vielmehr massiv beschleunigt hat. Wie eine Analyse der InformationWeek am selben Tag feststellte: "Die effektivsten Werkzeuge im Arsenal der Angreifer bleiben Phishing, Diebstahl von Zugangsdaten, Identitätsdiebstahl und Social Engineering. Der Unterschied besteht darin, dass KI dabei hilft, diese Angriffe schneller, in größerem Maßstab und mit einer Professionalität auszuführen, die zuvor schwer zu erreichen war".informationweek
Social Engineering sticht als der Bereich hervor, der am stärksten verändert wurde. KI kann nun nahezu unerkennbare Phishing-E-Mails, realistische gefälschte Dokumente sowie Deepfake-Audio oder -Video erstellen, die Führungskräfte und Geschäftspartner überzeugend imitieren. Hultquist warnte, dass Geschwindigkeit seine größte Sorge sei: "Kriminelle, wie jene, die eine massive Angriffskampagne in nur sechs Stunden durchführten, werden sich zu Angriffen hingezogen fühlen, die schneller ablaufen, als wir reagieren können".siliconangle+1