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reutersecb.europa+1barchartDer Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, Philip Lane, erklärte, dass eine zweite Welle von Energiepreiserhöhungen die Inflation im Euroraum länger als erwartet hoch halten werde. Ein Rückgang in Richtung des EZB-Ziels von 2 Prozent sei erst ab Mitte 2027 zu erwarten. Lane äußerte sich dazu in einem Interview mit der Schweizer Tageszeitung Le Temps, das am 15. September geführt und am Dienstag veröffentlicht wurde.ecb.europa+1
"Wir sehen jetzt eine zweite Welle von Preiserhöhungen, nicht nur bei Öl, sondern auch bei Gas", sagte Lane. "Wir gehen davon aus, dass diese zweite Welle von Energiepreisanstiegen zu einer höheren und hartnäckigeren Inflation führen wird, bevor sie ab Mitte 2027 in Richtung unseres Ziels zurückgeht."reuters+1
Lane erläuterte, dass nach einer ersten Welle von Energiepreiserhöhungen im März und April kurzzeitig Optimismus nach der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding zwischen den USA und dem Iran am 17. Juni aufgekommen war. Doch die geopolitischen Risiken seien erneut gestiegen, und die vorübergehende Erholung an den Energiemärkten im Sommer sei wieder neuem Druck gewichen.econostream-media+1
Es wird erwartet, dass die zweite Welle die Preise für Lebensmittel, Strom und Waren insgesamt in die Höhe treibt, obwohl Lane anmerkte, dass die Dienstleistungspreise bisher stabil geblieben seien. Er warnte, dass "wenn es im Herbst zu einem stärkeren und anhaltenderen Schock kommt, dies die Wirtschaft belasten wird". Er fügte jedoch hinzu, dass die Wirtschaft des Euroraums im Basisszenario der EZB weiterhin in einem "stetigen, aber moderaten Tempo" wachsen sollte, sofern sich die Bedingungen nicht weiter verschlechtern.ecb.europa+1
Lanes Kommentare kamen weniger als zwei Wochen, nachdem die EZB ihre drei Leitzinsen am 10. September um 25 Basispunkte angehoben hatte, wodurch der Einlagensatz auf 2,50 Prozent stieg. Es war die zweite Zinserhöhung der Zentralbank im Jahr 2026 nach einer Anhebung im Juni, während die Währungshüter mit energiebedingtem Preisdruck und den Folgen bewaffneter Konflikte im Nahen Osten kämpfen.ecb.europa+3
Die Verbraucherpreisinflation im Euroraum erreichte im August 3,2 Prozent, nach 2,9 Prozent im Juli, wie aus Daten von Eurostat Euronext N.V. vom 17. September hervorgeht. Die Energieinflation stieg auf 14,3 Prozent, den höchsten Stand seit Januar 2023. Die Märkte preisen nun eine Wahrscheinlichkeit von 46 Prozent für eine weitere Zinserhöhung um 25 Basispunkte bei der EZB-Sitzung am 29. Oktober ein.barchart+2
Die Warnung von Lane trug am Dienstag zu einem restriktiven Ton bei den Zentralbanken bei, nachdem die Präsidentin der Boston Fed, Susan Collins, separat erklärte, sie sehe eine "gestiegene Wahrscheinlichkeit" für Szenarien, in denen die US-Inflation "deutlich über 2 Prozent" bleibt. Das Währungspaar EUR/USD fiel auf ein Siebenwochentief, während die Goldpreise angesichts der Aussicht auf eine weitere geldpolitische Straffung auf beiden Seiten des Atlantiks nachgaben.barchart