Newsletter Subscribe
Enter your email address below and subscribe to our newsletter
[forminator_form id="25163"]

reuters+1politicopoliticoEine Welle von Gesetzesinitiativen zur Eindämmung der Social-Media-Nutzung von Minderjährigen erfasst derzeit mehrere Kontinente. Während die Europäische Kommission einen neuen EU-weiten Rahmen vorschlägt, sieht sich Australiens wegweisendes Verbot für Teenager einer rechtlichen Anfechtung gegenüber, die von US-amerikanischen Technologieverbänden unterstützt wird.
Die Europäische Kommission hat am 17. September den EU KIDS Act angenommen. Der Entwurf sieht vor, Kindern unter 13 Jahren die Nutzung sozialer Medien gänzlich zu verbieten und das Mindestalter für ein eigenständiges Konto auf 15 Jahre festzulegen. Kinder im Alter von 13 bis 14 Jahren dürften Plattformen nur über von Erziehungsberechtigten verwaltete "Minikonten" mit eingeschränkten Funktionen und einer auf eine Stunde pro Tag begrenzten Bildschirmzeit nutzen.commission.europa+2
Der Vorschlag würde auch süchtig machende Designfunktionen für Nutzer unter 18 Jahren verbieten, darunter unendliches Scrollen, Push-Benachrichtigungen während der Schlafenszeit und unaufgeforderte Kontaktaufnahmen durch Fremde. Unternehmen, die sich nicht daran halten, drohen Geldstrafen von bis zu 6 Prozent ihres weltweiten Jahresumsatzes. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, das Gesetz "kehrt die Beweislast um: Es ist Sache der Plattformen zu beweisen, dass sie von Grund auf sicher gestaltet sind".reuters+2
Unterdessen wird Australiens historisches Gesetz, das Jugendlichen unter 16 Jahren die Nutzung sozialer Medien untersagt und im Dezember 2025 in Kraft trat, vor dem High Court des Landes angefochten. Reddit reichte die Klage nur wenige Tage nach Inkrafttreten des Gesetzes ein und argumentiert, es verstoße gegen die in der australischen Verfassung verankerte implizite Freiheit der politischen Kommunikation.politico+1
NetChoice, ein US-Branchenverband, der Meta , TikTok, Snapchat Snap Inc. und andere Plattformen vertritt, hat zusammen mit der Electronic Frontier Foundation beantragt, unterstützende Stellungnahmen im Verfahren von Reddit einzureichen. In der Stellungnahme von NetChoice wird das Verbot als "das weitreichendste Verbot des Zugangs von Jugendlichen zu sozialen Medien bezeichnet, das in einer liberalen Demokratie in Kraft ist". Laut Politico wies der Verband darauf hin, dass seine Mitglieder infolgedessen bereits eine Million Konten gelöscht oder gesperrt haben. Die Gruppe verwies zudem auf den französischen Verfassungsrat, der im August ein ähnliches Gesetz gekippt hatte, da es nicht ausreichend auf die tatsächlichen Risiken zugeschnitten gewesen sei.politico
Die Maßnahmen der EU und Australiens sind Teil eines breiteren Trends. Laut Reuters war Australien das erste Land, das soziale Medien für Jugendliche unter 16 Jahren verbot, und viele andere Länder sind im Jahr 2026 gefolgt. Griechenland, die Türkei, Indonesien, Malaysia und die VAE haben in diesem Jahr bereits Einschränkungen beschlossen, während Großbritannien, Neuseeland, Deutschland und andere Länder entsprechende Entwürfe vorantreiben. In den USA unterzeichnete der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom am 11. September neue Beschränkungen, die Kindern unter 16 Jahren den Zugang zu süchtig machenden Social-Media-Funktionen verwehren.tbsnews+1
Die australische Kommunikationsministerin Anika Wells verteidigte das Verbot und erklärte im März, bei den Gesetzen gehe es darum, "jungen Australiern eine Pause vom allgegenwärtigen Sog der sozialen Medien zu gönnen". Die Regierung von Premierminister Albanese hat im Verfahren vor dem High Court noch keine formelle Erwiderung eingereicht.politico