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srnnews+1reutersscmp+1Ein chinesisches Gericht hat Vermögenswerte in Höhe von bis zu 2,14 Milliarden Yuan (300 Millionen Dollar) eingefroren, die von dem niederländischen Chiphersteller Nexperia B.V. und dessen Ausrüstungssparte gehalten werden. Dies ist die jüngste Eskalation in einem langwierigen Eigentümerstreit zwischen dem in den Niederlanden ansässigen Halbleiterhersteller und seinem chinesischen Mutterkonzern, Wingtech Technology.
Das Dongguan Intermediate People's Court ordnete die Einfrierung nach einem Antrag auf Vermögenssicherung durch Wingtech und dessen Tochtergesellschaft Yucheng Holding an, wie aus einer Mitteilung von Wingtech an die Börse in Shanghai hervorgeht. Die Maßnahmen betreffen die vollständigen Anteile von Nexperia an drei chinesischen Tochtergesellschaften, Nexperia Semiconductor China, Nexperia Semiconductor Wuxi und Nexperia Semiconductor Shanghai, sowie die 99-prozentige Beteiligung an Nexperia Semiconductor Technology Shanghai. Das Gericht fror zudem die gesamten Anteile der Nexperia-Ausrüstungseinheit an deren Tochtergesellschaft in Wuxi ein.srnnews+1
Die Einfrierungen der Kapitalanteile traten zwischen dem 20. und 25. August in Kraft und bleiben bis August 2029 bestehen, berichtete Reuters. Der Fall ist noch nicht vor Gericht verhandelt worden, und Nexperia reagierte nicht unmittelbar auf Anfragen zur Stellungnahme.srnnews
Die gerichtliche Maßnahme verschafft Wingtech neuen Spielraum in seinem umfassenderen Bestreben, die Kontrolle über Nexperia zurückzugewinnen, auch wenn sie das Management des Unternehmens nicht ändert oder den zugrunde liegenden Eigentümerstreit löst. Wingtech und Yucheng reichten im Mai Klage gegen Nexperia, dessen Holding- und Ausrüstungsgesellschaften sowie drei Führungskräfte ein und forderten 8 Milliarden Yuan (1,2 Milliarden Dollar) Schadenersatz. Die Klage, die ebenfalls beim Gericht in Dongguan eingereicht wurde, beruft sich auf Chinas Gesetz gegen ausländische Sanktionen und argumentiert, dass die Maßnahmen der niederländischen Regierung zur Einschränkung der Kontrolle von Wingtech diskriminierende ausländische Sanktionen darstellen.aa+3
Der Streit geht auf den Oktober 2025 zurück, als die niederländische Regierung aus Gründen der nationalen Sicherheit eingriff, um die Managementkontrolle über Nexperia zu übernehmen. Dabei wurde der Wingtech-Gründer Zhang Xuezheng als CEO suspendiert und die Mehrheit der Unternehmensanteile auf einen unabhängigen Treuhänder übertragen. Peking reagierte mit Exportkontrollen für Produkte aus dem Nexperia-Werk in Dongguan, das etwa 70 Prozent der Produkte des Chipherstellers fertigt. Die Blockade führte zu drastischen Produktionskürzungen im Werk und unterbrach die Versorgung mit Automobilchips von Europa bis Japan.cbtnews+2
Der langwierige Konflikt hat Wingtech schwer belastet. Das Unternehmen meldete für 2025 einen ausgeweiteten Nettoverlust von 8,7 Milliarden Yuan (1,3 Milliarden Dollar), verglichen mit 2,8 Milliarden Yuan im Vorjahr, da der Nexperia-Streit die Performance beeinträchtigte. Anfang des Jahres beschuldigte die chinesische Tochtergesellschaft von Nexperia die niederländische Zentrale öffentlich, Mitarbeiterkonten deaktiviert und Produktionsabläufe gestört zu haben – ein Vorwurf, den der Hauptsitz in den Niederlanden zurückwies.reuters+1